Indischer Milliardärssohn will Escobars Kokain-Hippos retten
Die kolumbianische Regierung plant, etwa 80 Nilpferde aus dem Erbe von Drogenboss Pablo Escobar zu keulen. Nun schaltet sich ein sehr reicher Inder ein – doch die Umsetzung seines Plans dürfte schwierig werden.
Der Vorschlag hatte über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen gesorgt: Kolumbien will bis zu 80 sogenannte Kokain-Hippos von Drogenbaron Pablo Escobar keulen. Das kündigte Umweltministerin Irene Vélez Torres vor etwa zwei Wochen an. Geht es nach Anant Ambani, wird es dazu jedoch nicht kommen: Der indische Milliardärssohn will die Tiere aus Kolumbien in seine Heimat umsiedeln.
Appell an die kolumbianische Regierung
Diese 80 Nilpferde haben nicht gewählt, wo sie geboren wurden, noch haben sie die Umstände geschaffen, denen sie jetzt gegenüberstehen, erklärte Ambani, der aus der einflussreichen Familie hinter dem Großkonzern Reliance Industries stammt. Der 31-Jährige appellierte an die kolumbianische Regierung, die geplante Keulung zu überdenken und stattdessen eine sichere und wissenschaftlich begleitete Umsiedlung zu prüfen. Sein Tierzentrum im Bundesstaat Gujarat habe angeboten, die Nilpferde aufzunehmen und zu versorgen – vorbehaltlich notwendiger Genehmigungen und logistischer Planung. Sie sind lebendige, empfindsame Wesen, und wenn wir die Möglichkeit haben, sie durch eine sichere und humane Lösung zu retten, haben wir die Verantwortung, es zu versuchen.
Hürden für eine Umsiedlung
Die Umsetzung eines solchen Vorhabens gilt jedoch als schwierig. Eine Umsiedlung ins Ausland hängt laut Umweltministerium davon ab, dass andere Staaten die Tiere aufnehmen und entsprechende Genehmigungen erteilen. Anfragen an mehrere Länder – darunter Indien – seien bislang an rechtlichen, technischen und finanziellen Hürden gescheitert, berichtete die Zeitung El Tiempo unter Berufung auf das Ministerium.
Nilpferde als invasive Art
Seit 2022 gelten die Tiere als invasive Art. Derzeit leben schätzungsweise rund 200 Flusspferde in Kolumbien. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Population bis ins Jahr 2035 auf etwa 1000 Exemplare steigen. Die Tiere bringen Experten zufolge das lokale Ökosystem aus dem Gleichgewicht und gefährden einheimische Arten wie Manatis und Flussschildkröten. Zudem zerstören sie immer wieder Felder und bringen auch Menschen in Gefahr.
Hintergrund: Escobars Erbe
Der kolumbianische Drogenbaron Escobar schaffte sich einst vier afrikanische Flusspferde für den Tierpark in seinem Luxusanwesen Hacienda Nápoles an. Nachdem der Chef des Medellín-Kartells 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel das Anwesen. Die Flusspferde zogen in die umliegenden Wälder, pflanzten sich kräftig fort und breiteten sich immer weiter aus.



