Oldtimer-Treffen in Jarmen: Eintritt frei und Gratis-Essen begeistern Tausende
Oldtimer-Treffen Jarmen: Eintritt frei und Gratis-Essen

Das diesjährige „Oldtimer & Traktoren Treffen“ auf dem Jarmener Schützenplatz lockte erneut Hundert Fahrzeuge und Tausende Besucher an. Cheforganisator Jürgen Mattutat kündigte bereits an, dass auch 2027 wieder keine Eintrittsgebühr erhoben wird. Dies teilte er kurz nach der aktuellen Auflage im Gespräch mit dem Nordkurier mit.

Mehr als 300 historische Fahrzeuge ausgestellt

Die Veranstaltung überzeugte mit Tausenden zufriedenen Gästen, guter Laune, besten Geschäften und Sonnenschein pur. Rund um den Schützenplatz präsentierten sich mehr als 300 historische Fahrzeuge, die zu einem großen Volksfest für alle Generationen einluden. Seit 2023 organisiert Jürgen Mattutat das Treffen, das aus der DDR-Tradition des „Jarmener Motorenanlassens“ entstand. Mittlerweile ist es für viele Oldtimer-Freunde der Region ein fester Termin. Ob am 1. Mai ein neuer Besucherrekord aufgestellt wurde, ist schwer zu sagen, aber Mattutat schätzt die Besucherzahl auf mindestens 3000 bis 4000.

Selbst am Hafen war alles zugeparkt

Zeitweise waren weder in den Nachbarstraßen noch auf den nahegelegenen Supermarkt-Parkplätzen freie Plätze für die Gäste zu finden. Auch das Hafengelände, das als Alternative empfohlen wurde, war bis in den Nachmittag hinein stark frequentiert. Es herrschte ein reges Kommen und Gehen bei Publikum und Ausstellern.

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Eine Liebeserklärung an die Oldtimer

Jarmens Pastor Arnold Pett hielt eine Andacht zur offiziellen Eröffnung, die wie eine Liebeserklärung an die Oldtimer klang. Er betonte: „Während heute vieles nach wenigen Jahren ersetzt wird, stehen hier Menschen, die erhalten statt wegwerfen. Die schrauben, tüfteln, pflegen und mit erstaunlicher Geduld etwas am Leben halten, das längst Geschichte sein könnte.“ Er hob hervor, dass Oldtimer nicht nur fahren, sondern Geschichten erzählen – von ersten Ausfahrten, Urlauben und langen Schrauber-Abenden. „So ist es doch auch bei uns Menschen, nicht perfekt, nicht ohne Macken und Gebrauchsspuren, aber voller Geschichten, Erfahrungen und Leben“, fügte der Pastor hinzu.

Entschleunigung als Hobby

Pett verwies auf die Entschleunigung, die dieses Hobby mit sich bringe. Niemand setze sich in einen alten Wartburg oder Trabi, um möglichst schnell anzukommen. „Der Weg gehört dazu. Das Unterwegssein. Das gemeinsame Erleben.“

DDR-Technik dominierte das Treffen

Wie in den Vorjahren hatte Technik aus der DDR die Oberhand – von Mopeds über Autos und Lkw bis zu Traktoren. Ergänzt wurde das Angebot durch Modelle aus sozialistischen Bruderländern. Ein besonderer Hingucker war ein sowjetischer 13-Tonnen-Gigant mit Knicklenkung, der K-700A aus den Kirow-Werken in Leningrad, der mit seinem lauten Dieselmotor viele Blicke auf sich zog.

Auch die Zweiräder, die auf dem Aldi-Parkplatz ausgestellt waren, waren nicht zu überhören. Ihre Anzahl stieg im Vergleich zu 2025 um etwa ein Drittel. Die „Westautos“ waren vor allem im ehemaligen Verkehrsgarten zu finden.

Lange Schlangen vor den Ständen

Jürgen Mattutat resümierte: „Es sind wesentlich mehr Gäste da gewesen als im vergangenen Jahr.“ Viele Speisen und Getränke waren schon kurz nach der Mittagszeit ausverkauft, und es bildeten sich lange Schlangen vor den Ständen. Die Freiwillige Feuerwehr stach beim Catering hervor und servierte Bratwurst mit Pommes, Kartoffelsuppe aus der Gulaschkanone und sogar ein Wildschwein vom Spieß. Erstmals wurde auch das neue Jarmener Bier „Des Bibers Helles“ ausgeschenkt.

Dank an die Feuerwehr

Die Kameraden der Feuerwehr stellten den Oldtimer-Besitzern erneut ein kostenloses Essen zur Verfügung. Weder Fahrer noch Publikum mussten Eintritt zahlen. Mattutat sieht dies als wichtigen Bestandteil des Erfolgsrezepts, denn kostenlose Veranstaltungen seien heutzutage selten. Frank Bethke aus Neubrandenburg, der mit einem seltenen IFA F8 Lieferwagen von 1955 anreiste, bestätigte diese Einschätzung.

Zukunft des Treffens

Mattutat kündigte an: „Ich will das unbedingt beibehalten, dass die Leute bei uns umsonst reinkommen.“ Möglich sei dies nur durch die Unterstützung der Kommune und Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft. Für die 5. Auflage im nächsten Jahr plant er bereits neue Extras, auch wenn dann voraussichtlich drei Oldtimertreffen am Peene- und Tollensetal aufeinanderfallen.

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