PCK-Raffinerie Schwedt: Hoffnung auf Wiederaufnahme der Öllieferungen aus Kasachstan
PCK-Raffinerie: Hoffnung auf Öl aus Kasachstan

Die PCK-Raffinerie in Schwedt in der Uckermark im Nordosten von Brandenburg versorgt große Teile des Nordostens Deutschlands mit Treibstoff. Doch nun gibt es massive Probleme bei der Beschaffung von Rohöl. Seit fünf Tagen gibt es keine Öllieferungen von Kasachstan über Russland in Richtung PCK-Raffinerie. Die Ölförderung durch das Pipeline-System „Druschba“ wurde am 1. Mai auf dem Territorium Russlands eingestellt.

Rosneft als größter Gesellschafter der PCK-Raffinerie

Nach inoffiziellen Informationen bestehe aufgrund „begrenzter technischer Möglichkeiten“ auf russischer Seite keine Möglichkeit, Öl über diese Route zu transportieren, teilte das kasachische Energieministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur Kazinform mit. Das Ministerium betonte, dass keine offiziellen Informationen von russischer Seite über eine Einstellung oder Umleitung der Lieferungen kasachischen Öls eingegangen seien. Von deutscher Seite wurde der Stopp der Lieferungen am 23. April vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bestätigt. Das Haus von Ministerin Katharina Reiche berief sich dabei auf Aussagen von Rosneft Deutschland, dem mit 54 Prozent Anteilen größten Gesellschafter der PCK-Raffinerie.

Technische Einschränkungen an der Druschba-Pipeline

Laut „KazTransOil“, dem nationalen Betreiber der kasachischen Hauptölpipeline, beliefen sich die Lieferungen kasachischen Öls nach Deutschland im ersten Quartal 2026 auf rund 730.000 Tonnen. Im Jahr 2025 pumpte Kasachstan insgesamt 2,146 Millionen Tonnen Öl nach Deutschland. Diese Mengen decken etwa 20 bis 30 Prozent des Bedarfs der Raffinerie in Schwedt. Das kasachische Energieministerium erklärte, dass der Ölexport nach Beseitigung der technischen Einschränkungen wieder aufgenommen werde. Bis dahin muss die Raffinerie andere Ölquellen erschließen, um eine wirtschaftlich vertretbare Auslastung von mindestens 70 Prozent zu erreichen. Noch verfügt die Raffinerie über Lagerbestände. PCK-Betriebsrat Danny Ruthenburg geht davon aus, „dass der Mai noch eine Auslastung von 85 bis 90 Prozent hat“.

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Alternative Versorgungswege

Gegenüber dem RBB sagte Ruthenburg: „Spätestens Anfang Juni müssen wir den Betrieb drosseln.“ Das Bundeswirtschaftsministerium führt Gespräche mit Polen, um mehr Öl vom Ostseehafen Danzig nach Schwedt zu pumpen. Den Großteil seines Öls erhält PCK derzeit aus der Pipeline Rostock-Schwedt. Diese Pipeline ist jedoch älter und von ihrer Kapazität nicht ausreichend. Rosneft Deutschland ließ eine Anfrage des „Nordkurier“ zur aktuellen Versorgung der Raffinerie unbeantwortet. Die PCK-Raffinerie ist für die Versorgung Berlins und des Nordostens Deutschlands mit Diesel, Benzin, Kerosin und Heizöl wichtig. Das Unternehmen gibt an, für 90 Prozent der Versorgung Berlins und Brandenburgs zu stehen.

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