Prenzlau gedachte am 27. April der Zerstörung der Stadt vor 81 Jahren mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Nikolaikirche. Über hundert Menschen versammelten sich am späten Nachmittag, um an das Ende des Zweiten Weltkriegs zu erinnern und für Versöhnung zu beten.
Versöhnungslitanei von Coventry
Im Mittelpunkt stand die gemeinsame Rezitation der Versöhnungslitanei von Coventry, die weltweit in Nagelkreuzzentren gesprochen wird. Die Litanei bittet um Vergebung für Hass, Besitzgier, Neid und Gleichgültigkeit gegenüber Notleidenden. Sie endet mit den Worten: „Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, wie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus. Amen.“
Historischer Hintergrund
Die Litanei geht auf die Zerstörung der Kathedrale von Coventry durch deutsche Bombenangriffe im November 1940 zurück. Der damalige Dompropst Richard Howard ließ die Worte „Vater vergib“ in die Chorwand meißeln. Seit 1958 wird das Gebet jeden Freitagmittag in der Ruine der alten Kathedrale gebetet.
Blick zurück auf den 27. April 1945
In den ersten Stunden des 27. April 1945 rückten Verbände der Roten Armee in Prenzlau ein. Die Stadt wurde kampflos eingenommen, jedoch durch Brandlegungen zu 85 Prozent zerstört. Schautafeln erinnerten an das Leid, das der Krieg über Prenzlau brachte.
Film und historische Einordnung
Nach dem Gottesdienst wurden Ausschnitte des Films „Prenzlau, einst und jetzt“ gezeigt, der historische Aufnahmen aus der Zeit vor und nach dem Krieg präsentiert. Jürgen Theil, Vorsitzender des Uckermärkischen Geschichtsvereins, ordnete die Ereignisse anhand von Fotomaterial ein und beschrieb die damaligen Geschehnisse.
Die Besucher der Andacht konnten zudem Kerzen der Hoffnung entzünden, ein Symbol für den Wunsch nach Frieden und Versöhnung.



