Johannes Krug ist zum neuen Propst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) gewählt worden. Die Landessynode in der Berliner Bartholomäuskirche entschied sich im zweiten Wahlgang mit 54 von 95 Stimmen für den bisherigen Superintendenten des Kirchenkreises Teltow-Zehlendorf. Er tritt die Nachfolge von Christina-Maria Bammel an, die im Mai Bischöfin der Braunschweiger Landeskirche wird.
Propst als theologischer Leiter
In der EKBO ist der Propst der theologische Leiter der Kirchenverwaltung, des Konsistoriums. Diese Position unterscheidet sich von der in der Nordkirche, wo ein Propst einen Kirchenbezirk leitet. Krug wird auch als Vertreter des Bischofs auftreten.
Zusammenarbeit mit Diakonie und Gesellschaft
In seiner Bewerbungsrede betonte Krug die Notwendigkeit einer engeren Kooperation mit der Diakonie und anderen gesellschaftlichen Akteuren. „Wir haben allein im vergangenen Jahr 29.141 Menschen verloren“, sagte Krug. „In einem Jahr.“ Dies zeige die Dringlichkeit, Verbündete zu suchen. Die Kirche müsse auch künftig wahrnehmbar, hörbar und spürbar bleiben. „So wie auch die Diakonie und Bildungsanbieter uns brauchen, weil wir mit unseren Gemeinden, Kirchenkreisen und der Landeskirche, mit unseren ehrenamtlichen und beruflichen Mitarbeitenden etwas Wertvolles und Unverzichtbares einbringen: Ortskenntnis, Raum und engagierte Menschen als Botschafter des Evangeliums im Alltag“, so der neue Propst.
Krug will ein „evangelisches Netzwerk“ aufbauen. Dieses Netzwerk solle mehr Freude bereiten, als die Kirche zurückzubauen. Die EKBO steht vor großen Herausforderungen: Fast 30.000 Mitglieder verlor sie allein im Jahr 2025. Mit der neuen Strategie hofft Krug, den Schwund zu stoppen und die Kirche zukunftsfähig zu machen.



