Ohne Panzer und Raketen, aber unter massiven Sicherheitsvorkehrungen hat Russland am 9. Mai die Militärparade zum Tag des Sieges über Nazideutschland gefeiert. Kremlchef Wladimir Putin nahm die Parade auf dem Roten Platz in Moskau ab, die in diesem Jahr deutlich abgespeckt stattfand. Aus Angst vor ukrainischen Drohnenangriffen verzichtete das russische Militär auf die Präsentation von Panzern, Raketen und anderer schwerer Militärtechnik. Stattdessen marschierten Tausende Soldaten im Gleichschritt über den historischen Platz.
Extreme Sicherheitsvorkehrungen
Putin selbst wurde durch ein extremes Sicherheitsaufgebot geschützt. Zudem war das mobile Internet in der Umgebung des Roten Platzes abgeschaltet, um mögliche Drohnenangriffe zu erschweren. Die abgespeckte Parade mit weniger Gästen als in den Vorjahren gilt auch als Symbol für die angespannte Lage in Putins seit mehr als vier Jahren andauerndem Angriffskrieg gegen die Ukraine. Russland sieht sich zunehmend durch Gegenangriffe der ukrainischen Streitkräfte unter Druck gesetzt, die Kämpfe stecken in einer Sackgasse.
Waffenruhe während der Parade
Überraschend hatte US-Präsident Donald Trump eine zwischen Kiew und Moskau vermittelte Waffenruhe bekannt gegeben. Diese gilt vom 8. bis zum 11. Mai. Zudem ist ein Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen geplant. Am Morgen der Parade gab es zunächst keine offiziellen Berichte über mögliche Verstöße gegen die Vereinbarung. Russland hatte zuvor selbst eine Einstellung aller Truppenbewegungen vom 8. bis 10. Mai angekündigt, allerdings gab es weiterhin Kämpfe und Angriffe.
Kreml kritisiert Selenskyjs Dekret
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag ein Dekret veröffentlicht, das die Koordinaten des Roten Platzes als von ukrainischen Angriffen ausgenommen erklärte – eine Art "Genehmigung" der russischen Parade. Kremlsprecher Dmitri Peskow wies dies scharf zurück: "Wir brauchen von niemandem eine Erlaubnis. Wehe dem, der versucht, sich über den Tag des Sieges lustig zu machen und solche dummen Witze zu reißen."
Die Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 in Berlin fiel in Moskau bereits in die frühen Morgenstunden des 9. Mai. Daher begeht Russland den Tag des Sieges stets an diesem Datum. Die diesjährige Parade fand unter dem Eindruck des anhaltenden Krieges und der aktuellen Waffenruhe statt.



