Bodo Ramelow, der frühere thüringische Ministerpräsident und heutige Bundestagsvizepräsident, hat ein neues Hobby für sich entdeckt: das Holzhacken. Der 70-jährige Linke-Politiker, der während der Corona-Pandemie noch für seine Leidenschaft für das Smartphone-Spiel „Candy Crush“ bekannt war, greift nun zur Axt, wie er der Deutschen Presse-Agentur (dpa) verriet.
Vom Bildschirm in die Natur
„Das baut Aggressionen ab und man kann bei der Arbeit gut über das Leben nachdenken“, erklärte Ramelow. Auf seinem Freizeitgrundstück an einer der beiden großen Saale-Talsperren in Ostthüringen hat er persönlich die Fichten zerhackt, die wie vielerorts in Thüringen unter Trockenheit und Borkenkäferbefall gelitten hatten. „Jetzt habe ich nur noch vitale Bäume“, freut sich der Politiker.
Digital Detox auf Thüringisch
Statt stundenlang auf das Smartphone zu starren, genießt Ramelow nun die Arbeit mit dem Holz in der Natur. „Ich hacke mich quasi durch meine Freizeit“, sagte er mit einem Schmunzeln, wie die dpa berichtet. Sogar die sonst eher nüchterne Nachrichtenagentur konnte ein Schmunzeln in seinem Gesicht nicht übersehen. Die Arbeit mit der Axt bereite ihm so viel Freude, dass er sich bereits Holz zum Selbsthacken bestellt hat.
Entspannung findet Ramelow in der Natur – etwa wenn auf seinem Grundstück Käuzchen rufen oder ein Fuchs über das Gelände läuft. Nach seiner zehnjährigen Amtszeit als erster und bisher einziger Ministerpräsident der Linken kandidierte er bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025, gewann seinen Wahlkreis in Erfurt und wurde mit 69 Jahren zum Bundestagsvizepräsidenten gewählt. Trotz des neuen Amtes habe er nicht mehr Zeit, betont er.
Aktive Freizeitgestaltung
Wenn er Zeit hat, ist Ramelow entweder zu Fuß unterwegs – oft mit seiner Ehefrau und Hündin Lilo an der Bleichlochtalsperre – oder mit dem E-Bike samt Hundeanhänger. Ob er dabei sein Smartphone in der Hand hat, ließ er offen. Seinen 70. Geburtstag im Februar nutzte er, um anzukündigen, dass er sich für die aktive Politik ein Limit gesetzt hat: Für eine weitere Amtszeit im Bundestag werde er definitiv nicht kandidieren.



