Schafskälte 2026: Droht Sachsen-Anhalt ein Kälteeinbruch im Juni?
Schafskälte 2026: Kälteeinbruch im Juni in Sachsen-Anhalt?

Mitte Juni kann es in Sachsen-Anhalt noch einmal kalt werden. Die sogenannte Schafskälte tritt zwar nicht jedes Jahr auf, wiederholt sich aber in regelmäßigen Abständen. Wie sieht es 2026 aus? Folgt nach den Eisheiligen bald schon der nächste Kälteeinbruch? Wir haben bei einem Wetter-Experten nachgefragt.

Was versteht man unter der Schafskälte?

Unter der alljährlichen Schafskälte wird ein Kälterückfall verstanden, der in Europa relativ häufig Mitte Juni eintritt. „Meteorologisch ist die Schafskälte eine sogenannte Witterungssingularität, also eine Wetterlage, die in einem bestimmten Zeitfenster mit auffälliger Häufung wiederkehrt“, erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Die Schafskälte entstehe durch einen Kaltlufteinbruch aus Nordwest bis Nord, ausgelöst durch den jahreszeitlich besonders ausgeprägten Temperaturgegensatz zwischen dem noch kühlen Nordatlantik und dem bereits erwärmten europäischen Festland. Laut Jung stellt sich über Mitteleuropa dann eine trogartige Höhenströmung ein, die polare oder subpolare Luftmassen mit sich bringt.

Wann ist 2026 mit der Schafskälte zu rechnen?

Ganz genau datieren kann man den Zeitraum der Schafskälte zwar nicht, aber laut dem Wetter-Experten Jung tritt sie immer zwischen dem 4. und 20. Juni ein. „Der statistische Schwerpunkt ist zwischen dem 11. und 13. Juni.“ In der Regel halte die Kälte-Episode zwei bis fünf Tage an. Laut Jung ist die Schafskälte in langjährigen Klimareihen „in etwa 80 bis 90 Prozent aller Jahre in irgendeiner Form nachweisbar“. Sie sei alles andere als ein Bauernregel-Mythos. Für 2026 geht Wetter-Experte Jung von einer klassisch ausgeprägten Schafskälte aus. „Die Wahrscheinlichkeit liegt zwischen 65 und 70 Prozent – das ist überdurchschnittlich hoch“, so Jung. Erwartet wird die Schafskälte aktuell im Zeitraum zwischen dem 6. und 14. Juni.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Wie wirkt sich die Schafskälte auf Sachsen-Anhalt aus?

Wie bei den meisten Wetter-Phänomenen sind die Auswirkungen regional sehr unterschiedlich. Traditionell seien der Norden Deutschlands und die Mittelgebirge, so wie abgeschwächt der Süden und Südwesten betroffen, so Jung. Für Sachsen-Anhalt, das mitten im Übergangsbereich liegt, heißt das laut dem Wetter-Experten:

  • In den Hochlagen des Harzes ist mit Tageshöchstwerten zwischen 6 und 10 Grad zu rechnen. In den Nächten ist Bodenfrost nicht ausgeschlossen und in exponierten Lagen kann es vereinzelt zu Luftfrost kommen.
  • Für den Bereich entlang von Elbe und Saale, also Magdeburg, Halle, Dessau und Stendal, erwartet Jung Tageshöchstwerte zwischen 13 und 17 Grad. Die Tiefstwerte würden hingegen bei 5 und 9 Grad liegen.
  • In der Altmark und der Börde seien Tiefstwerte örtlich um 4 Grad möglich.

Obwohl Luftfrost in den Niederungen Sachsen-Anhalts eher unwahrscheinlich ist, sieht es laut Jung bei Bodenfrost anders aus. „Bodenfrost auf freien Flächen kann jedoch lokal vorkommen – ein nicht zu unterschätzendes Risiko für frisch ausgepflanzte Gemüsekulturen, Sommerblumen und empfindliche Gartenkulturen.“

Woher kommt der Ausdruck Schafskälte?

Schäfer scheren ihre Schafe aufgrund der sogenannten Schafskälte meist erst Ende Juni, wenn keine Kälte mehr droht. Dann müssen die Tiere und vor allem die Lämmer ohne ihr dickes Fell nicht frieren. Daher stammt auch der Name dieses regelmäßig auftretenden Wetterphänomens.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration