Separatisten in Alberta reichen Unterschriften für Unabhängigkeitsreferendum ein
Separatisten in Alberta: Unterschriften für Referendum eingereicht

Eine Gruppe von Separatisten in der kanadischen Provinz Alberta hat fristgerecht 302.000 Unterschriften eingereicht, um ein Referendum über die Unabhängigkeit vom Rest des Landes zu erzwingen. Die Bewegung "Stay Free Alberta" übergab die Unterschriften am Montag symbolträchtig mit einem Konvoi aus sieben Lastwagen in der Provinzhauptstadt Edmonton. Mehr als 300 Unterstützer schwenkten die Provinzflagge und feierten den Moment.

Historischer Tag für Alberta

Kampagnenleiter Mitch Sylvestre erklärte: "Dieser Tag ist historisch für Alberta." Er betonte, dass die meisten Dokumente fünfmal geprüft worden seien, um die Echtheit der Unterschriften zu gewährleisten. Die Zahl der Unterzeichner liegt deutlich über der erforderlichen Schwelle, um eine Volksabstimmung zu beantragen.

Reaktionen aus Politik und Justiz

Danielle Smith, Premierministerin der Provinz, hatte zuvor angekündigt, das Verfahren einzuleiten, sobald genügend Unterschriften gesammelt und verifiziert seien. Sie persönlich befürworte jedoch keinen Austritt der ölreichen Provinz aus Kanada. Eine Stellungnahme der kanadischen Regierung unter Premierminister Mark Carney lag zunächst nicht vor. Es gilt als unwahrscheinlich, dass die Separatisten ihr Ziel erreichen. Zwar könnte eine Abstimmung bereits im Oktober stattfinden, doch ein "Ja" würde nicht automatisch die Unabhängigkeit bedeuten. Es würden Gerichtsverfahren folgen, Verhandlungen mit Ottawa und eine Änderung der kanadischen Verfassung. Politikwissenschaftler sehen zudem eine geringe Unterstützung in der Bevölkerung.

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Die Petition könnte noch diese Woche auf eine weitere Hürde stoßen. Ein Richter in Edmonton wird voraussichtlich über eine Klage mehrerer indigener Völker aus Alberta entscheiden. Diese argumentieren, dass eine Abspaltung Albertas Vertragsrechte verletzen würde.

Rechtskonservative und Trump-nahe Bewegung

Die Separatistenbewegung gilt als rechtskonservativ und in Teilen Trump-nah. Eine Delegation war in den vergangenen Monaten wiederholt in Washington, um Gespräche über einen Kredit von 500 Milliarden Dollar zu führen, der Alberta nach der Unabhängigkeit helfen solle, ein souveräner Staat zu werden. Trumps wiederholt geäußerte Hoffnung, dass Kanada der 51. Bundesstaat der USA werden könne, teilen sie jedoch nicht.

Offizielle Zusagen seitens des Weißen Hauses gibt es bislang nicht. Doch Trumps Finanzminister Scott Bessent machte den Separatisten zuletzt Hoffnung. Alberta sei ein "natürlicher Partner für die Vereinigten Staaten", sagte Bessent einem neurechten Podcaster.

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