Hunderte gedenken in Dresden der Terroropfer: Vater von erstochener Ann-Marie initiiert Trauermarsch
Trauermarsch in Dresden: Hunderte gedenken Terroropfern

In Dresden haben am Samstag Hunderte Menschen an einer Gedenkveranstaltung für Terroropfer teilgenommen. Organisiert wurde der stille Protest von Michael Kyrath (52), dessen Tochter Ann-Marie (17) im Jahr 2023 bei einer Messerattacke in einem Zug in Brokstedt (Schleswig-Holstein) ums Leben kam. Der Täter, ein staatenloser Palästinenser (36), wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

Schweigemarsch mit Bildern der Opfer

Vor der Frauenkirche versammelten sich die Teilnehmer, viele trugen Fotos von Terroropfern vor sich her. Auf sieben Stellwänden waren die Gesichter von 150 Menschen zu sehen, die durch Terror und Gewalt ihr Leben verloren. Kyrath zeigte sich überwältigt von der großen Anteilnahme. „Es wird immer nur über die Täter berichtet, aber kaum über die Opfer“, sagte er. Mit der Aktion „Trauerwache Deutschland“ wolle man das Erinnern wachhalten und den Opfern ein Gesicht geben.

Gedenken nach Magdeburg-Attentat ins Leben gerufen

Die Initiative entstand nach dem Weihnachtsmarkt-Attentat von Magdeburg, bei dem sechs Menschen getötet und 309 verletzt wurden. Kyrath betonte, dass die Opfer aller Religionen und Hautfarben gedacht werde. Die Veranstaltung solle nicht politisch instrumentalisiert werden. Dennoch sorgte ein Gastredner für Aufsehen: Der ehemalige Sportschau-Moderator Waldemar Hartmann (78) kritisierte, dass ein Minister eher bei einem gestrandeten Wal übernachte als bei einem Terroropfer auf der Intensivstation.

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Kyrath selbst lebt mit dem schmerzlichen Verlust: „Es gibt bessere Tage, es gibt aber viele schlechtere.“ Der Vater hofft, dass die Aktion in Dresden ein Zeichen gegen das Vergessen setzt und die Gesellschaft wachrüttelt.

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