Wal „Timmy“: Rettungskonzept noch nicht genehmigt – Entscheidung vertagt
Wal „Timmy“: Rettungskonzept noch nicht genehmigt

Die Rettung des Buckelwals „Timmy“ vor der Insel Poel bleibt weiterhin ungewiss. Das Rettungskonzept, das am Donnerstag, 23. April, erarbeitet wurde, hat im Schweriner Umweltministerium offenbar keine Zustimmung gefunden. Umweltminister Til Backhaus äußerte sich am Abend nur knapp: „Heute kann ich nichts sagen. Es gibt nichts Neues.“

Spezialschiff aus Hamburg erwartet

Das für die Bergung benötigte Spezialschiff wird derzeit aus Hamburg nach Wismar gebracht und soll bis Sonntag eintreffen. Erst dann soll eine endgültige Entscheidung über den Transport des Wals in den Atlantik fallen. Fred Babbel, Leiter der Tauchereinheit, zeigt sich optimistisch: „Es sind noch einige Punkte nachzuarbeiten, aber mit dem Eintreffen der Schiffseinheit könnten alle Formalitäten erledigt sein.“

Zustand des Wals gibt Hoffnung

Tierärztin Kristin Tönnies beschreibt den Zustand des Wals als stabil: „Er ist mobil.“ Das Tier liegt ruhig im flachen Wasser der Kirchsee und wird regelmäßig von Helfern versorgt. Salzbäder für die Haut sowie Tücher und Salben kommen zum Einsatz. Ein Netz zum Heben des Wals soll einen Tag vor der Bergung unter dem Tier angebracht werden.

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Sandbank wird freigespült

Parallel zu den Vorbereitungen arbeiten Einsatzkräfte daran, die Sandbank freizuspülen. Rund 40 Meter sind bereits auf zwei Meter Tiefe gebracht, weitere 70 Meter sollen bis Sonntag folgen. Damit soll die Manövrierfähigkeit der Schiffseinheit gewährleistet werden.

Gebete und Kritik begleiten die Aktion

Die Rettungsaktion bewegt auch die Bevölkerung. In der Kirche von Kirchdorf werden Gebete für „Timmy“ gesprochen, und es liegen Bittbriefe aus. „Für Timmy gehen E-Mails beim Pastor ein“, berichtet Edith Radelof vom Gemeindevorstand. Doch es gibt auch kritische Stimmen: In manchen Zuschriften ist von „Tierquälerei“ die Rede, was bei vielen auf Unverständnis stößt.

Unmut bei Gewerbetreibenden

Im Hafen von Poel sorgt die Rettungsaktion für gemischte Gefühle. Die zahlreichen Einsatzfahrzeuge belegen die Parkplätze, sodass Besucher kaum Zugang zur Promenade finden. Einige Gewerbetreibende klagen über Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent zu Beginn der Saison 2026. Dennoch hoffen alle Beteiligten, dass „Timmy“ bald in tiefere Gewässer zurückkehren kann.

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