In Brandenburg sind in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 deutlich weniger Asylanträge gestellt worden als im Vorjahr. Wie eine Sprecherin des Sozialministeriums in Potsdam mitteilte, gingen im ersten Quartal insgesamt 972 Asylanträge ein. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 1.547 Anträge – ein Rückgang um rund 37 Prozent. Damit setzt sich auch in Brandenburg der bundesweite Trend sinkender Asylzahlen fort.
Bundesweite und europäische Entwicklung
Der Rückgang in Brandenburg spiegelt die Entwicklung auf Bundesebene wider. Bundesweit wurden in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich weniger Asylanträge registriert. Dies entspricht einem europaweiten Trend: Laut dem neuen Jahresbericht der EU-Asylagentur EUAA wurden im vergangenen Jahr in den 27 EU-Staaten sowie den beiden Partnerländern rund 822.000 Asylanträge gestellt. Das ist ein Rückgang um etwa ein Fünftel (minus 19 Prozent) im Vergleich zum Jahr 2024.
Gründe für den Rückgang
Der deutliche Rückgang ist laut Bericht vor allem auf weniger Anträge von Menschen aus Syrien zurückzuführen. Wurden 2024 noch 151.000 Asylanträge von Syrern gestellt, waren es im vergangenen Jahr nur noch 42.000. Auch aus Bangladesch (minus 37.000) und der Türkei (minus 33.000) kamen deutlich weniger Anträge. In Syrien hatte der Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 bei vielen Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft geweckt, was die Migration aus dem Land reduzierte.
Politische Reaktionen und Ausblick
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht sich durch die gesunkenen Asylzahlen in seinem Kurs bestärkt. „Wir haben aus einer Migrationswelle die Migrationswende gemacht“, erklärte er. Die Bundesregierung setze auf Kontrolle und arbeite an einem neuen Migrationspakt in Europa, „um die Zahlen der illegalen Migration weiter zu reduzieren“. Am 12. Juni tritt die europäische Asylreform in Kraft, über die jahrelang verhandelt worden war. Die EU-Staaten hatten sich zuletzt auf zusätzliche verschärfte Regeln geeinigt, darunter die Möglichkeit, Menschen leichter in Drittstaaten abzuschieben, zu denen sie keine Verbindung haben. Die Entwicklung in Brandenburg und Deutschland insgesamt zeigt, dass die Maßnahmen zu greifen scheinen, wobei die genauen Auswirkungen der neuen EU-Regeln abzuwarten bleiben.



