Grüne wollen SPD bis 2029 überholen – Strategie für die Mitte
Grüne wollen SPD bis 2029 überholen

Ab Dienstag trifft sich die Bundestagsfraktion der Grünen zu einer Klausur in Leipzig. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem alternative Konzepte zur Politik der schwarz-roten Bundesregierung. Passend dazu ist Ex-CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer als Rednerin geladen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Bereits im März war eine Spitzen-Grüne zu Gast bei der unionsnahen Konrad-Adenauer-Stiftung, die Kramp-Karrenbauer seit Jahresbeginn leitet: Fraktionschefin Britta Haßelmann nahm an der Gedenkveranstaltung für Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth teil und würdigte die Verstorbene. Vor Ort soll sie die einzige Nicht-Unionspolitikerin gewesen sein. Haßelmann und Kramp-Karrenbauer sollen sich gut verstehen. Auf offizielle Anfrage lobt die Grünen-Fraktionschefin die Zusammenarbeit. Haßelmann zu BILD: „Wir kennen Annegret Kramp-Karrenbauer lange und schätzen den Austausch mit ihr. Wir freuen uns, dass sie als Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung unsere Klausur besucht.“ Weiter will man sich nicht in die Karten schauen lassen, doch BILD weiß: Wichtige Grüne arbeiten daran, die SPD zu überholen.

Grüne glauben: SPD kommt nicht mehr auf die Beine

Zwar liebäugeln manche in der Umweltpartei noch mit Rot-Rot-Grün – etwa nach dem gemeinsamen Podcast von Linke-Fraktionschefin Heidi Reichinnek mit Ricarda Lang (Grüne) und Rasha Nasr (SPD). Doch für andere steht längst fest: Die Genossen werden nicht wieder auf die Beine kommen. In Grünen-Kreisen wird bezweifelt, dass die SPD zur Bundestagswahl 2029 regierungsfähig ist.

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Immer wieder lagen die Grünen zuletzt in Umfragen gleichauf oder sogar vor den Genossen. Der Abstand zur Linken wird größer. Besonders eine aktuelle Forsa-Umfrage aus NRW bestärkt diejenigen, die wieder an die Macht wollen. Bei der Erhebung im Stammland der Genossen lag die Ökopartei (17 Prozent, Platz 3) erstmals seit 2019 wieder vor der SPD (14 Prozent, Platz 4). Das Ziel, sagt ein hochrangiger Partei-Stratege: „Zeigen, dass wir ‚Mitte‘ können, Stimmen sammeln, nach vorn kommen.“ Man wolle „keine Union light“ sein, sich „nicht billig verkaufen“ – sondern stark werden und dann ins Gespräch gehen. Nebenbei hat man bei den Grünen registriert, dass die Angriffe aus der Union zurückgegangen sind. Zu groß scheint der Ärger in CDU und CSU über die Genossen. Eine Grüne zu BILD: „Die Koalition steckt fest.“ Darum versuchen die Grünen, das Vakuum zu füllen, das durch die schwindende Zustimmung zur SPD entsteht: Parteichef Felix Banaszak beispielsweise tritt als Hauptredner bei einer Kundgebung des DGB in Dortmund auf – am Tag der Arbeit, dem Kampftag der Genossen.

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