Merz lobt eigene Migrationspolitik: „Große Teile gelöst“
Merz lobt eigene Migrationspolitik

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat seiner eigenen Regierung knapp ein Jahr nach der Übernahme der Amtsgeschäfte ein herausragendes Zeugnis auf einem der größten Problemfelder der Republik ausgestellt: der Migrationspolitik. „Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Die Zahlen sind so klar und so deutlich zurückgegangen, dass man davon sprechen kann, dass wir große Teile des Problems jetzt gelöst haben“, so Merz wörtlich.

Kritik aus den eigenen Reihen

Doch nicht alle teilen diesen Optimismus. BILD-Politikchef Jan W. Schäfer hat eine klare Meinung zu den Aussagen des Kanzlers. Er sieht darin weniger eine sachliche Bilanz, sondern vielmehr einen strategischen Schachzug. „So leistet Merz Wahlkampfhilfe für die AfD“, kommentiert Schäfer. Seine Einschätzung: Die selbstlobenden Worte des Kanzlers könnten genau das Gegenteil bewirken und der AfD in die Hände spielen.

Die Zahlen als Grundlage des Lobes

Merz beruft sich auf offizielle Statistiken, die einen deutlichen Rückgang der Migrationszahlen belegen sollen. Nach Angaben der Bundesregierung sind die Asylanträge im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent gesunken. Auch die Zahl der irregulären Grenzübertritte habe sich halbiert. Der Kanzler wertet dies als Erfolg seiner verschärften Migrationspolitik, die unter anderem schnellere Asylverfahren und verstärkte Grenzkontrollen vorsieht.

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Reaktionen aus der Opposition

Die Opposition sieht das naturgemäß anders. Vertreter von SPD und Grünen warfen Merz vor, die Lage zu beschönigen. Tatsächlich sei die Situation in den Erstaufnahmeeinrichtungen weiterhin angespannt, und viele Kommunen klagten über Überlastung. Auch Menschenrechtsorganisationen kritisierten die Politik des Kanzlers als zu restriktiv.

Ein schmaler Grat

Die Debatte zeigt, wie schwierig das Thema Migration für die Regierung ist. Einerseits will Merz mit harten Maßnahmen punkten, andererseits droht er damit, die politische Mitte zu verlieren. Die Warnung von BILD-Politikchef Schäfer, dass Merz damit unbeabsichtigt die AfD stärke, könnte sich als prophetisch erweisen. Die nächsten Landtagswahlen werden zeigen, ob die Strategie des Kanzlers aufgeht oder nach hinten losgeht.

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