Jens Spahn als Unions-Fraktionschef wiedergewählt
Jens Spahn als Unions-Fraktionschef wiedergewählt

Jens Spahn bleibt Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Die Abgeordneten bestätigten den CDU-Politiker mit 86,5 Prozent der Stimmen im Amt. Damit fiel sein Ergebnis leicht schlechter aus als bei der Wahl zu Beginn der Legislaturperiode, als er 91,3 Prozent erhalten hatte.

Anders als andere Fraktionen lässt die CDU bereits nach einem Jahr über den Fraktionsvorsitzenden abstimmen, das Ergebnis gilt dann für drei Jahre. Die CSU-Mitglieder im Fraktionsvorstand waren bereits im Vorjahr für vier Jahre gewählt worden. Eine Neuwahl ist für das kommende Jahr nicht vorgesehen.

Spahn hatte im vergangenen Jahr Kritik auf sich gezogen, unter anderem bei der Wahl von Verfassungsrichtern, als er die Stimmen der Unionsfraktion für die SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf zusagte, obwohl viele Abgeordnete nicht bereit waren, sie zu wählen. Ihm wurde vorgeworfen, nicht genug Autorität zu besitzen und die Stimmung falsch eingeschätzt zu haben.

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Im sogenannten Rentenstreit im Spätherbst soll Spahn Druck auf Abweichler ausgeübt haben, um die knappe Mehrheit der Regierungsfraktionen zu sichern. Berichte über Drohungen mit dem Entzug von Listenplätzen wies er zurück und sprach lediglich von Gesprächen über Szenarien und Konsequenzen.

Inzwischen gilt Spahns Rückhalt in der Fraktion als stabiler. Unionspolitiker bescheinigen ihm, in enger Zusammenarbeit mit seinem SPD-Amtskollegen Matthias Miersch eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung der Koalition zu spielen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stößt dagegen bei Kompromissen mit der SPD in der Gesundheits- und Steuerreform auf Widerstand in seiner Partei.

Spahn war von 2017 bis 2021 Bundesgesundheitsminister und für die Bewältigung der Corona-Pandemie zuständig. Kritik an seinen Entscheidungen gibt es bis heute wegen schlecht organisierter Bestellungen überteuerter Schutzmasken, die den Staat mehrere Milliarden Euro kosteten. Nach der Bundestagswahl 2025 wurde er auf Vorschlag von Merz dessen Nachfolger als Fraktionschef, obwohl beide zuvor innerparteiliche Konkurrenten waren.

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