Ecosia: 250 Millionen Bäume gepflanzt – Kroll will Europa unabhängiger machen
Ecosia: 250 Mio. Bäume – Kroll will Europa unabhängiger

Die grüne Suchmaschine Ecosia hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Weltweit wurden bereits 250 Millionen Bäume gepflanzt. Mitgründer Christian Kroll, gebürtig aus Wittenberg, verfolgt mit seinem Unternehmen nicht nur das Ziel, die Umwelt zu schützen, sondern auch Europa unabhängiger von US-amerikanischen Technologiekonzernen zu machen.

Ein Meilenstein für den Klimaschutz

Am Mittwoch, kurz nach 14 Uhr, wurde die Marke von 250 Millionen gepflanzten Bäumen übersprungen. „Wir haben einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht“, erklärte Unternehmenschef Kroll. Die Nutzerzahlen wachsen kontinuierlich, mit einem jährlichen Wachstum von 25 Prozent. Ecosia finanziert sich durch Werbeeinnahmen, die bei Suchanfragen auf ecosia.org erzielt werden. Diese Mittel fließen in Aufforstungsprojekte weltweit.

Transparenz und Kontrolle

Auf der Startseite von Ecosia ist ein Baumzähler installiert. „Auf der Webseite wird transparent dargelegt, wie die Mittel verwendet werden“, betont Kroll. Allein im laufenden Monat erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,1 Millionen Euro. Die meisten Pflanzprojekte finden in Afrika, Südamerika und Asien statt. „Wir arbeiten weltweit mit verschiedenen Aufforstungsorganisationen zusammen“, erläutert Kroll. „Diese pflanzen in unserem Auftrag.“ Bäume gelten als effektivstes Mittel, um CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen. Ecosia überwacht die Aufforstung per Satellitentechnik von Berlin aus. Ein Baum wird erst nach drei Jahren gezählt, wenn sicher ist, dass die Anpflanzung erfolgreich war.

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Kosteneffizienz in Entwicklungsländern

In Entwicklungsländern sind die Kosten für Aufforstung deutlich niedriger als in Deutschland. Ein Setzling kostet je nach Projekt durchschnittlich 25 Cent, wofür etwa 50 Suchanfragen auf der Website nötig sind. „Über die Werbeeinnahmen finanzieren wir den Bäumekauf“, so Kroll.

Unabhängigkeit von US-Tech-Konzernen

Derzeit arbeitet Ecosia noch mit den großen US-Tech-Konzernen Google (Alphabet) und Bing (Microsoft) zusammen, um Suchanfragen zu beantworten. Diese Unternehmen haben Milliarden in den Aufbau ihrer Suchindizes investiert. Ecosia nutzt deren Ergebnisse, hat jedoch in den letzten Jahren daran gearbeitet, sich unabhängiger zu machen. In Frankreich kooperiert Ecosia mit der europäischen Suchmaschine Qwant. „Dort laufen bereits 50 Prozent der Suchanfragen über unseren eigenen Index“, erklärt Kroll. In Deutschland ist dieser Wert noch niedriger. „Unser Ziel ist es, bis Ende des Jahres zwei Drittel der Suchanfragen in Deutschland und Frankreich selbst über einen eigenen Suchkatalog zu beantworten.“

Digitalstrategie für Europa

Kroll betont die Notwendigkeit digitaler Unabhängigkeit für Europa. „Sowohl für die Sicherheit als auch ökonomisch benötigen wir eigene Systeme“, sagt er. „Wenn Trump sagen würde, den Europäern geben wir keinen Zugang mehr zu US-Suchtechnologien, dann stehen wir relativ blank da.“ Obwohl Ecosia kontinuierlich Fortschritte macht, nutzen die meisten Deutschen weiterhin Google. Im deutschen Markt hat Ecosia einen Marktanteil von ein bis zwei Prozent. Kroll ist jedoch zuversichtlich, dass neue Technologien das Wachstum beschleunigen können.

KI-Systeme als Zukunftsinvestition

Wie Google und Microsoft arbeitet auch Ecosia an einem KI-Chat-System. „Wir arbeiten dabei mit dem französischen Anbieter Mistral zusammen“, so der 43-Jährige. „Die Entwicklung und das Training von eigenen Modellen sind möglich.“ Chinesische Firmen hätten gezeigt, dass KI-Systeme auch ohne Milliardeninvestitionen aufgebaut werden können. Die größte Herausforderung sei die Infrastruktur zum Betreiben der KI-Systeme, die sehr teuer sei.

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