Am Sonntag fällt der offizielle Startschuss für den Eurovision Song Contest in Wien. Die internationalen Künstler werden dann erstmals über den türkisfarbenen Teppich vor dem Rathaus schreiten. Die Behörden sind in höchster Alarmbereitschaft, denn die angespannte politische Lage im Nahen Osten macht das Mega-Event zu einem potenziellen Anschlagsziel. Die Polizei bereitet sich seit Monaten darauf vor – und erhält dabei sogar Unterstützung von der amerikanischen Bundespolizei, dem FBI.
FBI-Taskforce aus New York unterstützt österreichische Behörden
Das bestätigt der Vizepräsident der Wiener Landespolizei, Dieter Csefan (47), bei einer Medienkonferenz. Die US-Behörde hat eigens eine Taskforce in New York City gegründet, die eine Woche lang rund um die Uhr im Einsatz sein wird. Sie unterstützt die Kollegen des österreichischen Nachrichtendienstes, insbesondere bei der Abwehr von Cyberangriffen, die eine Bedrohung für den ESC darstellen. Dies weckt Erinnerungen an den vereitelten Terroranschlag auf das geplante Konzert von Taylor Swift im August 2024 in Wien. Damals hatten die US-Nachrichtendienste die österreichischen Behörden gewarnt, woraufhin das Konzert abgesagt wurde.
Erhöhte Terrorwarnstufe und umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen
In Österreich gilt derzeit die erhöhte Terrorwarnstufe 4 auf einer fünfstufigen Skala. Dies ist die zweithöchste Stufe, die seit Herbst 2023 aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten und der allgemeinen Bedrohungslage in Europa aktiv ist. „Dies bedeutet eine grundsätzliche Gefährdung, aber ohne konkrete Hinweise auf einen tatsächlich geplanten terroristisch motivierten Anschlag. Für den ESC 2026 gilt dieselbe Einschätzung“, erklärt Paul Eidenberger, Sprecher des Innenministeriums, gegenüber BILD.
Trotzdem sind während der ESC-Woche täglich mehrere hundert zusätzliche Beamte im Einsatz. An den Hotspots des Events gelten strenge Zugangsregeln: Private Mini-Drohnen sind im Umkreis von eineinhalb Kilometern verboten, bei Nichtbeachtung drohen Geldbußen von mehreren tausend Euro. Die Wiener Stadthalle, in der die Halbfinals und das Finale stattfinden, ist mittlerweile eine Festung. Am 30. April durchsuchten Sprengstoff-Experten und Spürhunde die Location bis weit nach Mitternacht. Seither darf nur noch hinein, wer akkreditiert ist und zusätzlich Sicherheitsschleusen wie am Flughafen passiert hat. Insgesamt wurden 16.000 Personen im Umfeld des Songcontests von der österreichischen Polizei überprüft.



