200.000 demonstrieren in München für Freiheit im Iran während Sicherheitskonferenz
200.000 demonstrieren in München für Freiheit im Iran

Massendemonstration in München: 200.000 fordern Freiheit für den Iran

Eine beeindruckende Solidaritätsbekundung hat am Wochenende die bayerische Landeshauptstadt München erlebt. Nach Angaben der Polizei versammelten sich rund 200.000 Menschen auf der Theresienwiese, um ihre Unterstützung für die Menschen im Iran zu zeigen. Diese Teilnehmerzahl übertraf alle Erwartungen deutlich – der veranstaltende Verein The Munich Circle hatte ursprünglich mit etwa 100.000 Demonstranten gerechnet.

Friedmann kritisiert iranische Führung scharf

Unter den Rednern der Großdemonstration befand sich der bekannte Publizist Michel Friedmann, der deutliche Worte fand. „Die iranische Regierung missbraucht den Islam, sie missbraucht den Koran“, erklärte Friedmann vor der riesigen Menschenmenge. Seit 47 Jahren würden im Iran Millionen Menschen im Namen Gottes unterdrückt und ihrer grundlegenden Rechte beraubt.

Die Demonstration stand unter dem Motto „Menschenrechte und Freiheit für Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk“ und fand bewusst parallel zur Münchner Sicherheitskonferenz statt. Die Veranstalter begründeten diesen Zeitpunkt damit, dass während der Konferenz politische und sicherheitspolitische Entscheidungsträger aus aller Welt in München versammelt seien.

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Reza Pahlavi warnt vor globalen Konsequenzen

Im Mittelpunkt der Solidaritätsbekundung stand Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 vertriebenen Schahs von Persien. Pahlavi, der sich wegen der Sicherheitskonferenz in München aufhielt, sprach von einer „Stunde tiefer Gefahr“. Die Weltgemeinschaft stehe vor einer entscheidenden Wahl: „Entweder solidarisiert sie sich mit dem iranischen Volk oder lässt sich erneut von einer iranischen Führung beschwichtigen, die über 40.000 ihrer eigenen Bürger massakriert hat.“

Die genaue Zahl der Todesopfer bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste im Iran ist offiziell nicht bekannt. Menschenrechtsaktivisten gehen jedoch von mindestens 7.000 Getöteten aus. Pahlavi betonte, dass das Schicksal des Iran keine rein innere Angelegenheit sei: „Es ist ein entscheidender Test für die globale Sicherheit in unserer Zeit.“

Iran als Bedrohung für internationale Stabilität

Der Exil-Iraner führte aus, dass die Islamische Republik seit fast einem halben Jahrhundert als „revolutionäres Unternehmen“ agiere, das Instabilität exportiere, die Souveränität seiner Nachbarn untergrabe, Konflikte in verschiedenen Regionen schüre und seine nuklearen Ambitionen vorantreibe. „Doch etwas Unumkehrbares hat sich verändert“, so Pahlavi. „Der Kampf in meinem Land ist heute kein Kampf zwischen Reform und Revolution. Es ist ein Kampf zwischen Besatzung und Befreiung.“

Die Demonstration in München war Teil eines globalen Aktionstages, zu dem Pahlavi aufgerufen hatte. In Städten wie Toronto und Los Angeles fanden zeitgleich ähnliche Solidaritätskundgebungen statt. „Sie senden eine klare Botschaft an die Führer der westlichen Demokratien, sich mit dem iranischen Volk zu solidarisieren“, erklärte Pahlavi gegenüber Journalisten.

Mehr als 15 weitere Versammlungen angemeldet

Das Münchner Kreisverwaltungsreferenz (KVR) registrierte für das Wochenende mehr als 15 weitere Versammlungen im Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz. Die Münchner Sicherheitskonferenz gilt als weltweit wichtigstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik. Nach Angaben der Konferenzleitung werden mehr als 60 Staats- und Regierungschefs sowie etwa 100 Außen- und Verteidigungsminister erwartet.

Die beeindruckende Demonstration auf der Theresienwiese verwandelte das Gelände in ein Meer aus Fahnen und zeigte die breite internationale Solidarität mit der Freiheitsbewegung im Iran. Solch eine große Protestveranstaltung hat es in München seit langem nicht mehr gegeben.

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