Leipzig – Der mutmaßliche Amokfahrer Jeffrey K. wird in die Psychiatrie eingewiesen. Ein Ermittlungsrichter ordnete die einstweilige Unterbringung des 33-Jährigen in einem psychiatrischen Krankenhaus an, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag mitteilte. Es lägen „dringende Gründe“ dafür vor, dass der Beschuldigte die Tat am Montagnachmittag in der Leipziger Innenstadt mit zwei Toten und zahlreichen Verletzten „im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit begangen hat“.
Öffentliche Sicherheit erfordert Unterbringung
Die einstweilige Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung wurde als für die öffentliche Sicherheit erforderlich angesehen. Nach bisherigen Erkenntnissen sei es wahrscheinlich, „dass der Beschuldigte aufgrund seines Zustandes weitere erhebliche rechtswidrige Taten vergleichbarer Schwere begehen wird“, so die Staatsanwaltschaft.
Jeffrey K. hörte offenbar Stimmen
Wie BILD erfuhr, war der Festgenommene bei den Vernehmungen kaum zu rationalen und logischen Antworten fähig. Ein Ermittler aus Leipzig berichtete: „Seine Erinnerung endet nach dem Frühstück am Tattag.“ Er soll angeblich Stimmen gehört haben, die ihm unter anderem befahlen, seine Schwiegereltern zu töten.
Jeffrey K. war bereits vor der Tat polizeibekannt und hielt sich bis Ende April freiwillig in einem psychiatrischen Krankenhaus auf. Wie das sächsische Sozialministerium am Dienstag in Dresden mitteilte, lagen „keine medizinischen Gründe vor“, den Patienten am Verlassen der Klinik zu hindern. Nach BILD-Informationen soll er jedoch aufgrund seines aggressiven Verhaltens gegenüber anderen Patienten der Klinik verwiesen worden sein.
Tödliche Amokfahrt durch Leipzig
Ein Poller nahe der Thomaskirche beendete gegen 16:45 Uhr die tödliche Amokfahrt entlang der Grimmaischen Straße mitten durch die Fußgängerzone von Leipzig. Ein Taxifahrer griff ein und zog Jeffrey K. aus dem Wagen. Abderrahim T. (34) stoppte den Täter, der zwei Menschen (63 und 77 Jahre) tötete und sechs weitere zum Teil schwer verletzte. Gegenüber BILD sagte der Taxifahrer: „Ich will kein Held sein. Ich habe nur aus Menschlichkeit gehandelt, ohne nachzudenken.“ Kurz darauf konnten Beamte der Polizei den Deutschen festnehmen. Er leistete keinen Widerstand.
Viele Passanten wurden Zeugen der schrecklichen Szenen und müssen wegen Traumata behandelt werden. Derzeit schwebt keiner der Verletzten mehr in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft wirft Jeffrey K. zweifachen Mord sowie versuchten Mord in vier Fällen vor.



