Washington – Ein Präsident und die First Lady, die in Deckung gehen. Der Vizepräsident vom Sessel gerissen, seine Frau im Saal eilig weggebracht. Die dramatischen Szenen beim „White House Correspondents Dinner“ (WHCD) nach den Schüssen eines wahrscheinlichen Attentäters am Samstag boten auch einen Blick auf Taktiken der Präsidentenschützer des „Secret Service“ – wilde Debatten inklusive. Etwa: Warum wurde Vizepräsident JD Vance (41) VOR Präsident Donald Trump (79) und First Lady Melania (56) evakuiert? Wer beschützte seine schwangere Frau Usha (40), die mit eigenen Bewachern den Ballsaal des Washington-Hilton-Hotels verließ? Und wer kümmerte sich um Regierungsmitglieder und Berater, nachdem Vizestabschef Stephen Miller (40) in einer dramatischen Aufnahme mit seiner ebenfalls schwangeren Frau Katie Miller (34) zu sehen ist.
Vance wurde Sekunden vor Trump evakuiert
BILD befragte Ex-Secret-Service-Agent Jeffrey James über Taktiken der Leibgarde. „Es gibt eigentlich kein genaues Protokoll nach dem Motto: Wer zuerst? Wenn die Entscheidung zur Evakuierung fällt, gehen alle“, sagte er. Er führt aus, dass Vize Vance bloß wenige Sekunden vor Trump in Bewegung gebracht wurde. „Die kleine Verzögerung beim Präsidenten entstand offenbar, weil seine Frau bei ihm war, es musste sichergestellt werden, dass auch die First Lady mitkommt!“
Experte: „Man muss an zweiten Angriff denken“
„Second Lady“ Usha Vance (40) wurde von ihren eigenen Personenschützern, die sich an den Tischen in nächster Nähe aufhielten, aus dem Saal gebracht. Weitere Kabinettsmitglieder wie Außenminister Marco Rubio (54) oder Kriegsminister Pete Hegseth (45) haben ihren eigenen, von den jeweiligen Ministerien bereitgestellten Personenschutz. Top-Berater Miller und seine Frau fielen aber nur unter den allgemeinen „Schutzschirm des Präsidenten“: Sie seien dabei nicht automatisch Personen, „die bei einer Evakuierung gezielt gegriffen werden“, so James.
Auch heldenhafte Szenen wurden beobachtet
Der Veteran der Schutztruppe führt auch aus, wie die Planung für den Ernstfall läuft: „Verschiedene Schutzpersonen haben unterschiedliche Fluchtwege – man will keinen riesigen Stau erzeugen, dass nicht alle durch dieselbe Tür rennen“, sagt er. James hatte früher durchaus Kritik am Secret Service geübt, besonders nach dem ersten Trump-Attentatsversuch in Pennsylvania im Juli 2024. Doch erinnert diesmal auch an die heldenhaften Szenen, besonders bei jenem Agenten, der Trump mit seinem Körper schützte. Der Mann vor der Bühne habe laut James die Botschaft gesandt: „Wenn du ihn töten willst, musst du erst an mir vorbei – das ist die Mission!“



