BND-Chef Jäger fordert schmerzhafte Antwort auf Russlands hybride Kriegsführung
BND-Chef fordert schmerzhafte Antwort auf hybride Angriffe

BND-Chef Jäger fordert schmerzhafte Antwort auf Russlands hybride Kriegsführung

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Martin Jäger, hat bei der Münchner Sicherheitskonferenz einen grundlegend anderen Umgang mit hybriden Angriffen aus Russland gefordert. Er sprach sich deutlich für vergleichbare Gegenmaßnahmen aus, die auch von Deutschland ergriffen werden sollten. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir viel öfter beweisen sollten, dass wir in der Lage sind, sehr ähnliche Dinge zu tun, damit auch die andere Seite den Schmerz spürt“, erklärte Jäger mit Nachdruck.

Abschreckung funktioniert bisher nicht

Die bisherige Strategie der Abschreckung zeige keine ausreichende Wirkung, betonte der BND-Chef. Dies werfe die entscheidende Frage auf, ob Deutschland und die Europäische Union die Entwicklungen weiterhin nur beobachten und dokumentieren wollen oder ob nun der Zeitpunkt für aktive Gegenmaßnahmen gekommen sei. „Meiner Meinung nach muss und wird der Dienst operativer werden“, stellte Jäger klar und bezog sich dabei explizit auch auf den Bundesnachrichtendienst selbst.

Jäger unterstrich die immense Dimension der russischen Aktivitäten: Dem Land stünden weltweit bis zu 60.000 Geheimdienstmitarbeiter zur Verfügung, wobei eine noch größere Zahl von kooptierten Personen – darunter ehemalige Militärangehörige, Beschaffungshelfer und andere Stellvertreter – nicht einmal mitgezählt sei. Das Bundeskriminalamt habe im Jahr 2025 insgesamt 3.021 mutmaßliche Sabotagefälle und mehr als 2.000 Drohnenstandorte registriert. „Es ist wahrscheinlich, dass russische Akteure und ihre Telegram-Agenten hinter zahlreichen dieser Vorfälle stecken“, so Jäger.

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Gesamtstaatlicher Ansatz und öffentliches Verständnis erforderlich

Die Auseinandersetzung mit hybrider Kriegsführung erfordere nach Ansicht des BND-Präsidenten einen umfassenden gesamtstaatlichen Ansatz. „Die Abschreckung hybrider Kriegsführung beginnt mit Resilienz, und Resilienz beginnt mit dem Verständnis der russischen Denk- und Handlungsweise“, erklärte Jäger. Dieses Verständnis müsse nicht nur unter Experten und Politikern vorhanden sein, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit verankert werden.

Die Öffentlichkeit sei das Hauptziel hybrider Angriffe und müsse begreifen, dass scheinbar zusammenhanglose Aktivitäten in Wirklichkeit strategisch miteinander verbundene feindselige Handlungen darstellen. Letztlich müsse Russland klar vermittelt werden, dass sein Vorgehen Konsequenzen haben werde, wenn es in dieser Form fortgesetzt werde. Die hybride Kriegsführung ziele darauf ab, Menschen zu verunsichern und demokratische Systeme zu schwächen – eine Herausforderung, die nach Jägers Überzeugung nun entschlossener begegnet werden müsse.

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