CDU-Geschäftsstellen bei Google Maps zu „Eierhaus“ umbenannt – Unbekannte starten bundesweite Aktion
Eine ungewöhnliche und großangelegte Aktion von Unbekannten hat die CDU und CSU in ganz Deutschland beschäftigt. Bei dem Kartendienst Google Maps wurden zahlreiche Geschäftsstellen der Parteien zumindest zeitweise in „Eierhaus“ umbenannt. Diese Veränderungen wurden durch Änderungsvorschläge von Nutzern ermöglicht, die normalerweise für Aktualisierungen wie geänderte Öffnungszeiten gedacht sind.
Bundesweite Verbreitung der Namensänderungen
Die Aktion erstreckte sich über diverse Bundesländer und erfasste Geschäftsstellen in Berlin, Bayern, Hamburg, Hessen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Medien wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und der WDR berichteten über das Namensdebakel, das am Donnerstag bekannt wurde.
In Hamburg firmierte die CDU-Zentrale unter der Bezeichnung „CDU Eierhaus“. Der parlamentarische Geschäftsführer Dennis Gladiator äußerte sich kritisch: „Da hat wohl jemand Ostern verpasst. Verspätete Eierwitze sind ungefähr so originell wie ein abgelaufener Schokohase. Das ist nicht humorvoll, sondern schlicht daneben und fehl am Platz.“
Unterschiedliche Reaktionen der Parteivertreter
Während einige Parteimitglieder die Aktion als unangemessen betrachteten, reagierte der CDU-Generalsekretär aus Schleswig-Holstein, Lukas Kilian, gelassener. Er sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Kreativer Protest sieht anders aus. Aber das bereitet uns auch keine schlaflosen Nächte.“ Kilian forderte jedoch, dass die Funktion für Änderungsvorschläge bei politischen Parteien oder Institutionen eingeschränkt werden müsse.
Mögliche Hintergründe und Verbindungen zu Protesten
Die Urheber und genauen Hintergründe der Aktion bleiben unklar. Medien spekulierten über einen Zusammenhang mit Protesten junger Menschen gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schülerdemonstration in Berlin Anfang März trug ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift „Merz leck Eier“. Die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ein.
Vielfältige Namensvarianten und regionale Besonderheiten
Die unbekannten Täter beschränkten sich nicht ausschließlich auf den Begriff „Eierhaus“. In Erfurt tauchte die Bezeichnung „Eierladen“ auf, während in Eisleben in Sachsen-Anhalt eine Änderung zu „Eierverband“ vorgenommen wurde. Die Geschäftsstelle des Kreisverbands Nordsachsen war kurzzeitig als „rehbraunes Eierhaus“ auffindbar.
Auch mehrere CSU-Geschäftsstellen in Bayern waren betroffen, insbesondere in München und dem Münchner Umland. Sie erhielten Labels wie „CSU Eierhaus“ oder „Söder isst Eierhaus“.
Reaktionen und Maßnahmen zur Korrektur
Die CDU bemühte sich um eine schnelle Deeskalation. Kreisverbände in Mecklenburg-Vorpommern wurden nach Bekanntwerden des Vorfalls am Mittwochabend informiert. Wo technisch möglich, wurden die Einträge bereits korrigiert.
Google erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, man sei bestrebt, Google Maps so aktuell wie möglich zu halten und korrekte Informationen anzuzeigen. Fehlerhafte Angaben könnten über den Feedback-Button gemeldet werden.



