Rund 800 Menschen haben sich am Vatertag in Berlin nach Polizeiangaben an der Demonstration „Männer gegen Gewalt“ beteiligt. Die Aktion am Brandenburger Tor richtete sich gegen geschlechterspezifische und sexualisierte Gewalt. Teilnehmer waren überwiegend Männer.
Forderungen der Initiative
Auf Transparenten standen Slogans wie „Neue Männer braucht das Land“, „More feelings, less violence“ („Mehr Gefühle, weniger Gewalt“) und „Stoppt Täterschutz“. Auch der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak nahm an der Veranstaltung teil. In Hamburg fand eine ähnliche Demonstration statt.
Die Initiative „Männer gegen Gewalt“, die die Kundgebungen organisierte, will Männer stärker mobilisieren, bei sexistischem oder übergriffigem Verhalten aktiv einzuschreiten. „Gewalt gegen Frauen und queere Menschen ist fast immer männliche Gewalt“, hieß es von der Initiative.
Männer in der Debatte zu wenig sichtbar
Bisher seien Männer in der öffentlichen Debatte und im Protest gegen sexualisierte Gewalt häufig zu wenig sichtbar. Die Initiative fordert unter anderem mehr Geld für Frauenhäuser, Prävention und Betroffenenhilfe, spezialisierte Kammern in Gerichten und die Umsetzung von „Nur Ja heißt Ja“ im Sexualstrafrecht. Im deutschen Strafrecht gilt seit rund zehn Jahren der sogenannte „Nein heißt Nein“-Grundsatz: Jede sexuelle Handlung gegen den erkennbaren Willen einer Person steht unter Strafe.
Die Diskussion über digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorwürfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Ende März neue Fahrt aufgenommen. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Inhalte verbreitet haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Auch Fernandes rief zu der Demo in Berlin auf und erklärte bei Instagram: „Männer, wo seid ihr? Ich hör euch nicht!“ Grünen-Chef Banaszak und der Bundessprecher der Grünen Jugend, Luis Bobga, riefen ebenfalls zur Teilnahme auf. „Gewalt gegen Frauen ist kein Problem, das Frauen allein lösen können. Es ist ein Problem, das wir Männer lösen müssen“, sagte Banaszak bei Instagram.



