Ein harmloses Strandfoto könnte einen ehemaligen mächtigen Mann hinter Gitter bringen. Ex-FBI-Chef James Comey (65) wurde am Dienstag im US-Bundesstaat North Carolina angeklagt. Der Vorwurf: Ein Foto, das er auf Instagram postete, sei eine Todesdrohung gegen US-Präsident Donald Trump (79) gewesen. Comey bestreitet dies und will sich nun freiwillig den Strafverfolgungsbehörden stellen. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.
Die Anklage: Ein Code aus Muscheln
Das besagte Foto veröffentlichte Comey im Mai 2025. Es zeigt die Zahl 8647, gelegt aus Muscheln am Strand. Trump und seine Unterstützer interpretierten dies als Mordaufruf. Die Zahl 86 stammt aus den 1930er-Jahren und bedeutete ursprünglich, dass etwas in einem Restaurant ausverkauft ist. Später kamen Bedeutungen wie „loswerden“ oder „ausschließen“ hinzu. In Slang-Wörterbüchern wird 86 gelegentlich sogar mit „töten“ assoziiert. Trump sagte zu Fox News: „Das bedeutete Mord. Das kommt laut und deutlich zum Ausdruck.“
Comeys Verteidigung: Zufall am Strand
Comey löschte das Foto kurz nach der Veröffentlichung und bestritt einen Zusammenhang mit einem Gewaltaufruf. Er habe die Muschel-Formation zufällig am Strand gefunden und einfach interessant gefunden. In einer Videobotschaft zeigte er sich kämpferisch: „Diesmal sind sie zurück mit einem Foto von Muscheln an einem Strand in North Carolina vor einem Jahr, und das wird nicht das Ende sein. Ich bin immer noch unschuldig.“
Hintergrund: Comey und Trump – eine verfeindete Geschichte
Es ist nicht der erste Konflikt zwischen Comey und Trump. Comey war von September 2013 bis Mai 2017 FBI-Chef, zunächst unter Präsident Obama. Trump entließ ihn offiziell wegen Führungsschwächen, doch vermutlich wollte er Comeys Ermittlungen zu Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und russischer Einflussnahme stoppen. Comey sagte nach seiner Entlassung unter Eid vor dem US-Kongress aus, jedoch konnte kein strafbares Verhalten nachgewiesen werden. Im September 2025 gab es einen ersten Anklageversuch wegen Falschaussagen, der fallengelassen wurde. Nun folgt die zweite Anklage – wegen eines Instagram-Fotos. Trump wetterte auf Truth Social gegen Comey und nannte ihn einen „Lügner“ und „korrupt“.
Der Fall wirft Fragen auf: Kann ein Strandfoto wirklich als Morddrohung gelten? Oder ist es ein weiterer Akt politischer Verfolgung? Die Justiz wird entscheiden.



