Weizenbaum-Report: Gewalt gegen Politiker steigert demokratisches Engagement
Gewalt gegen Politiker steigert demokratisches Engagement

Weizenbaum-Report: Gewalt gegen Politiker steigert demokratisches Engagement

Eine neue Studie des Weizenbaum-Instituts, im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, zeigt auf, dass die Mehrheit der Deutschen die Demokratie durch Gewalt gegen politische Mandatsträger bedroht sieht. Laut den Daten halten 81 Prozent der Bevölkerung solche Gewaltakte für sehr oder eher verbreitet, und 69 Prozent schätzen die Demokratie dadurch als gefährdet ein.

Politisches Engagement als Reaktion auf Gewalt

Interessanterweise führt die Wahrnehmung von Gewalt gegen Politiker zu einem erhöhten demokratischen Engagement. Menschen, die diese Gewalt als verbreitet ansehen, demonstrieren häufiger, nehmen Kontakt zu Politikern auf und unterschreiben Petitionen. Dies deutet darauf hin, dass Bedrohungen die Bürger mobilisieren können, sich aktiv für den Erhalt der Demokratie einzusetzen.

Positive Entwicklung bei künstlicher Intelligenz

Ein weiterer zentraler Befund der Studie ist die zunehmend positive Einstellung der Bevölkerung gegenüber künstlicher Intelligenz (KI). Während 2023 nur 27 Prozent eine positive Haltung hatten, stieg dieser Anteil im Jahr 2025 auf 37 Prozent. Besonders stark ist dieser Anstieg bei Gruppen, die KI zuvor skeptischer betrachteten, was auf eine wachsende Akzeptanz dieser Technologie hindeutet.

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Anhaltendes Problem mit Falschnachrichten

Der Report weist jedoch auch auf anhaltende Herausforderungen hin. So gaben 47 Prozent der Befragten an, innerhalb des vergangenen Jahres Fake News gesehen zu haben, ein Anstieg gegenüber den Vorjahren, wo der Wert um 40 Prozent lag. Zudem haben 42 Prozent mindestens einen Hasskommentar wahrgenommen.

Parallel dazu zeigt sich eine positive Entwicklung: Immer mehr Menschen setzen sich gegen die Verbreitung von Falschnachrichten zur Wehr. Sie prüfen Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt, warnen andere vor Fake News oder melden Beiträge an Plattformbetreiber, was auf ein gesteigertes Bewusstsein für digitale Verantwortung hindeutet.

Hintergrund der Studie

Das Weizenbaum-Institut führt seit 2019 in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin jährlich eine Telefonbefragung durch, die Themen wie Internetnutzung, demokratische Einstellungen und politische Partizipation abdeckt. Im Jahr 2025 fand diese Befragung zum siebten Mal statt, mit insgesamt 1740 Teilnehmern. Das 2017 gegründete Institut wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie dem Land Berlin gefördert.

Diese Ergebnisse unterstreichen die komplexe Dynamik zwischen Bedrohungen der Demokratie und dem Engagement der Bürger, während sie gleichzeitig auf technologische und gesellschaftliche Trends hinweisen.

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