Die ehemalige Heimatschutzministerin Kristi Noem zeigt sich offenbar unbelehrbar: Obwohl US-Präsident Donald Trump sie bereits Anfang März entlassen hatte, weigert sie sich laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ), ihr Haus auf einer Militärbasis in Washington zu räumen. Das Gebäude auf dem Stützpunkt „Joint Base Anacostia-Bolling“ ist eigentlich für den Kommandanten der US-Küstenwache vorgesehen.
Hintergrund der Kontroverse
Noem war während ihrer Amtszeit als Trumps Chefpropagandistin im Kampf gegen Migration bekannt geworden. Sie verlas öffentlich die Namen und Nationalitäten festgenommener Ausländer, drohte Einwanderern mit Abschiebung und posierte vor Häftlingen in einem berüchtigten Hochsicherheitsgefängnis in El Salvador. Nach umstrittenen ICE-Einsätzen geriet sie zunehmend unter Druck, was schließlich zu ihrer Entlassung führte.
Aktuelle Situation
Laut dem WSJ-Bericht wurde Noems Auto Anfang dieser Woche vor dem Haus gesichtet. Zudem sei sie in den vergangenen Tagen von Beamten der Küstenwache auf dem Stützpunkt gesehen worden. Die ehemalige Ministerin hatte das Haus bezogen, nachdem Trump die damalige Kommandantin Linda Fagan im vergangenen Jahr entlassen hatte. Normalerweise steht die Residenz dem Kommandanten der Küstenwache zu, die dem Heimatschutzministerium unterstellt ist.
Das Außenministerium und das Heimatschutzministerium reagierten auf Anfragen des WSJ nicht. Admiral Kevin Lunday, der derzeitige Kommandant der Küstenwache, plant laut WSJ, in Kürze in das Haus einzuziehen. Derzeit wohnt er in einem fast identischen Gebäude nebenan, das für den stellvertretenden Kommandanten vorgesehen ist. Doch auch dort müsse Platz geschaffen werden.
Besondere Umstände
Normalerweise erhalten Minister des Heimatschutzministeriums keine Dienstwohnungen und müssten als Zivilisten nicht auf Militärbasen leben. Allerdings war Noem nach Vorfällen mit Paparazzi und Demonstranten eine von mehreren Trump-Regierungsbeamten, die aus ihren privaten Wohnsitzen in Militärunterkünfte umzogen. Die Weigerung, das Haus zu räumen, sorgt nun für weiteren Zündstoff in der politischen Debatte.



