In den Niederlanden ist es zu schweren Ausschreitungen gegen eine Asylunterkunft gekommen. In der Kleinstadt Loosdrecht, die rund 9000 Einwohner zählt, griffen Randalierer am Dienstagabend das Gebäude mit Feuerwerkskörpern an. Das Feuer, das dadurch ausbrach, konnte gelöscht werden. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei mitteilte.
Hintergrund der Proteste
Seit Wochen hatte es in Loosdrecht Proteste gegen die geplante Unterkunft für Asylsuchende gegeben. Das ehemalige Rathaus der Gemeinde Wijdemeren sollte ab dieser Woche die ersten Asylbewerber aufnehmen. Bereits fünfzehn Menschen hielten sich den niederländischen Medien zufolge zu dem Zeitpunkt in der Einrichtung auf. Der Bürgermeister rief den Notstand wegen schwerer Störungen der öffentlichen Ordnung aus.
Reaktionen aus der Politik
Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten äußerte sich empört auf der Plattform X. Er bezeichnete es als skandalös, dass eine Gruppe von Randalierern zu solcher Gewalt gegriffen habe. Auch der neue Minister für Asyl und Migration, Bart van den Brink, zeigte sich bestürzt. Er hatte erst im März alle Gemeinden um zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten gebeten, da ein Mangel von Zehntausenden Plätzen droht.
Juristische Auseinandersetzungen
Bereits im Vorfeld hatten dreizehn Anwohner und Unternehmer vor Gericht gegen die Aufnahme der Asylsuchenden geklagt. Das Gericht wies die Klage jedoch ab. In der Begründung hieß es, eine humane Unterbringung wiege schwerer als das Interesse der Anwohner, in dem Verfahren mitentscheiden zu können.
Maßnahmen nach den Ausschreitungen
Unter dem Druck der Ereignisse senkte die Gemeindeverwaltung die maximale Aufnahmekapazität in Loosdrecht auf 70 Personen. Die Polizei nahm mehrere Personen fest. Die Ermittlungen zu den genauen Tatumständen dauern an. Die Regierung kündigte an, die Sicherheitsmaßnahmen für Asylunterkünfte zu überprüfen.



