Am dritten Prozesstag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow hat der Ex-Freund der Angeklagten vor dem Landgericht Rostock ausgesagt. Dabei wurde bekannt, dass die 30-jährige Frau in den vergangenen Jahren nicht berufstätig war. Sie sei „erwerbsunfähig“ gewesen und habe sich um den Haushalt, die Tiere, die Kinder und die Großeltern gekümmert, so der 35-jährige Metallbauer, der zugleich der Vater des getöteten Jungen ist.
Pferde als wichtiger Lebensinhalt
Der Zeuge erklärte, dass Pferde für die Angeklagte eine große Bedeutung hätten. „Pferde sind sehr wichtig für sie, sie beruhigen Gina“, sagte er. Als er die Frau 2021 kennenlernte, besaß sie drei Pferde, später waren es fünf. Die Tiere standen bei ihren Großeltern in Reimershagen, wo die Angeklagte Ende 2025 auch wohnte, als sie verhaftet wurde. Das Gericht befragte den Ex-Freund zu diesen persönlichen Details, da die Angeklagte bisher keine Angaben zur Sache machen will.
Psychotherapie und ein schwerer Verlust
Die 30-Jährige habe regelmäßig einen Psychotherapeuten aufgesucht, berichtete der Zeuge weiter. Ein schwerer Einschnitt sei der plötzliche Tod ihres Lieblingspferdes gewesen, das sie schon als Teenagerin geritten hatte. Mit diesem Pferd habe die Reiterin viele Preise gewonnen. Der Verlust habe sie tief getroffen.
Beziehungsstreit und Kontrollzwang
Im Sommer 2025 trennte sich der Zeuge von der Angeklagten, „um mehr Freiraum“ für sich zu haben. Die Beziehung sei von vielen Streitigkeiten geprägt gewesen. Die Angeklagte sei eifersüchtig gewesen, aber nicht gewalttätig. In einem Telefongespräch hatte der Ex-Freund zudem von einem starken „Kontrollzwang“ der Frau gesprochen.
Der Mordvorwurf
Die Staatsanwaltschaft wirft der 30-Jährigen vor, Fabian am 10. Oktober 2025 ohne Wissen der Mutter aus deren Wohnung in Güstrow abgeholt und ihn an einem Wasserloch etwa 15 Kilometer südlich bei Klein Upahl mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Kurz zuvor hatte sich der Vater des Jungen von ihr getrennt. Die Eltern Fabians waren bereits 2018 auseinandergegangen, als der Junge fast zwei Jahre alt war. Als Motiv vermuten die Ankläger, dass der Achtjährige der Frau bei der Rettung ihrer Beziehung zu dem Vater im Weg stand.



