Prozessauftakt im Fall Fabian: Ein Dorf hofft endlich auf Antworten
In dem Mordfall beginnt am 28. April das Gerichtsverfahren gegen die 30-jährige Beschuldigte. In ihrem Heimatort wartet man schon auf das Urteil und ein Ende der Spekulationen.
Das Leben in Reimershagen hat sich in den vergangenen Monaten nach den Ereignissen im Fall Fabian wieder beruhigt. Jetzt schauen die Bewohner gespannt auf das Gerichtsverfahren.
In Reimershagen ist der Alltag zurückgekehrt. Bewohner kümmern sich um Gärten, auf dem Parkplatz am Sportplatz wird der Rasen gemäht. Gleichzeitig blicken viele auf den bevorstehenden Prozess: Am Dienstag, 28. April, startet am Landgericht Rostock das Verfahren gegen eine 30-jährige Frau, die seit mehr als fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzt. Ihr wird vorgeworfen, den achtjährigen Fabian getötet zu haben.
Polizei-Einsätze sorgten im Herbst für viel Unruhe
Im Herbst 2025 hatte es wiederholt größere Polizeieinsätze in Reimershagen gegeben. Hinweise führten die Ermittler unter anderem zu einem früheren Landwirtschaftsbetrieb und zur Wohnadresse von Gina H., der Ex-Partnerin von Fabians Vater. Mittlerweile wird über den Fall kaum noch gesprochen. „Es wird zur Zeit so gut wie gar nicht darüber geredet“, sagt Einwohnerin Ingrid Hesse. Das Gemeinschaftsleben sei ruhiger geworden. Einige beschreiben die Stimmung als nachdenklich oder abwartend.
„Es warten alle auf das Gerichtsurteil“, sagt ein Einwohner, der anonym bleiben möchte. Ein anderer Mann erinnert sich an den Jungen: Sein Enkel habe oft mit Fabians Freundeskreis gespielt. Beim gemeinsamen Grillen sei Fabian dabei gewesen. „Das war ein gutes Miteinander unter den Kindern“, sagt der Senior. Der Tod des Achtjährigen mache ihn betroffen.
Vater sorgt sich weiter um die Pferde
Gesprächsstoff im Dorf ist auch, dass Fabians Vater weiterhin die Pferde von Gina H. versorgt. Das finden einige ungewöhnlich. Ein neu zugezogener Bewohner, der Kontakt zum Vater hat, sagt: „Er pflegt die Tiere, weil er sie schon so lange kennt. Sie haben mit dem ganzen Fall nichts zu tun.“ Der Mann beschreibt Fabians Vater als offen und hilfsbereit. Über das Geschehen selbst habe er mit ihm nicht gesprochen. Mit Blick auf den Prozess verweist er auf die Unschuldsvermutung. Ein Geständnis halte er für unwahrscheinlich. „Aber wenn ein Geständnis am Anfang käme, wäre das eine Erleichterung für alle Beteiligten und die Spekulationen hätten keinen Nährboden mehr“, sagt der Mann.
Grausige Details der Tat
Laut Anklage soll die Beschuldigte den Jungen am 10. Oktober an einem Tümpel bei Klein Upahl mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben. Vier Tage nach der Vermisstenmeldung war Fabian dort tot entdeckt worden. Den Fund hatte die Tatverdächtige selbst der Polizei gemeldet. Um Spuren zu verwischen, soll sie den Leichnam später mit Brandbeschleuniger angezündet haben. Die Tat hatte im Oktober weit über die Region um Güstrow hinaus für Bestürzung gesorgt.



