Im Mordprozess um den getöteten achtjährigen Fabian beschäftigen immer neue Details und Entwicklungen das Landgericht Rostock. Im Interview mit dem Nordkurier äußert sich Richterin Anne Kruse, stellvertretende Sprecherin des Gerichts, zu den bisherigen Erkenntnissen und macht eine wichtige Ankündigung.
Richterin: Vateraussage sticht hervor
Auf die Frage, welche Aussage im Prozess bisher am wichtigsten gewesen sei, antwortet Kruse: „Die Aussage des Vaters ist schon hervorgestochen, insbesondere weil es eben viele Widersprüche zu früheren Aussagen und auch zu protokollierten Audiomitschnitten gibt.“ Sie betont, dass der Fall wie ein großes Puzzle sei, bei dem viele Zeugen und Spurengutachten zusammengefügt werden müssten.
Keine emotionale Verwicklung des Richters
Richter Holger Schütt hatte zuvor mit emotionalen Worten an den Vater appelliert: „Ich flehe sie fast an.“ Kruse widerspricht jedoch der Interpretation, der Richter sei verzweifelt. „Nein, der Richter wird professionell agieren, so wie er es immer tut. Eine emotionale Verwicklung kann ich da nicht erkennen.“ Richter seien stets professionell und müssten das Menschliche außen vor lassen, auch wenn es um schreckliche Taten wie den Tod eines Kindes gehe.
Öffentlichkeit stark interessiert
Der Fall bewege die Öffentlichkeit sehr, was man an den vielen Zuschauern im Gerichtssaal sehe. „Die Stimmung, wenn ein Kind getötet wird, ist natürlich sehr emotional.“ Kruse hebt hervor, dass der Prozess besonders sei, weil er bereits im Ermittlungsverfahren durch zahlreiche Social-Media-Posts und Spekulationen begleitet wurde.
Zehn zusätzliche Verhandlungstage
Zur Dauer des Verfahrens erklärt die Richterin: „Es wird voraussichtlich noch mehr Verhandlungstage geben als die bis jetzt bestimmten. Das werden wohl zehn zusätzliche Termine sein.“ Die Kammer werde am Ende gewichten, ob die Angeklagte überführt werden könne.



