Das Amtsgericht Halle hat am Freitag einen 72-jährigen Geschäftspartner der verstorbenen Olympiasiegerin Ilke Wyludda wegen Untreue verurteilt. Der Mann soll in 16 Fällen insgesamt knapp 200.000 Euro vom Geschäftskonto einer Physiotherapiepraxis abgezweigt haben, die Wyludda von ihm übernommen hatte. Die Strafrichterin sah die Tat als erwiesen an und verhängte eine Freiheitsstrafe. Der Fall ist jedoch noch nicht endgültig abgeschlossen, da Rechtsmittel eingelegt werden können.
Hintergrund des Falls
Ilke Wyludda, die 2024 verstarb, war eine bekannte Diskus-Olympiasiegerin aus Halle. Sie hatte die Physiotherapiepraxis von ihrem Geschäftspartner übernommen. Nach ihrem Tod wurden Unregelmäßigkeiten auf dem Geschäftskonto entdeckt. Die Ermittlungen ergaben, dass der 72-Jährige über einen längeren Zeitraum hinweg Gelder widerrechtlich abhob.
Urteil und weitere Schritte
Das Gericht wertete die Tat als besonders schwerwiegend, da das Vertrauensverhältnis zwischen den Geschäftspartnern ausgenutzt wurde. Die genaue Höhe der Strafe wurde nicht genannt, aber es wird erwartet, dass der Verurteilte in Berufung gehen wird. Damit könnte sich der Prozess in die Länge ziehen.
Die Justizbehörden in Halle prüfen zudem, ob weitere Personen in den Fall verwickelt sind. Die Hinterbliebenen von Ilke Wyludda zeigten sich erleichtert über das Urteil, betonten jedoch, dass der Fall noch nicht vollständig aufgeklärt sei.



