AfD-Kandidat Jörg Valentin kämpft als Bahnpendler um Bürgermeisteramt in Anklam
AfD-Kandidat kämpft als Bahnpendler um Bürgermeisteramt

AfD-Kandidat pendelt für Bürgermeisterkampagne durch Vorpommern

Dr. Jörg Valentin verbringt diese Tage überwiegend in Zügen. Der Kommunikationswissenschaftler aus Greifswald pendelt regelmäßig zwischen seiner Heimatstadt, Berlin und Anklam, wo er als Kandidat der AfD für das Bürgermeisteramt antritt. In Berlin arbeitet er freiberuflich als politischer Berater, Übersetzer und Redenschreiber für Bundespolitiker seiner Partei, deren Namen er nicht preisgeben möchte.

Wahlkampf am Straßenrand in Gellendin

An einem Frühlingsfreitag hat Valentin seinen Wahlkampfstand im Anklamer Ortsteil Gellendin aufgebaut. Auf dem Tisch finden sich ein blauer AfD-Frosch, Getränkedosen mit seinem Konterfei – darunter Energy-Drink, Bier und Prosecco – sowie verschiedene Werbemittel von Seifenblasen bis zum Feuerzeug. Der Kandidat selbst trägt einen adretten braunen Dreiteiler mit schwarz-rot-goldener Krawatte.

„Ich bleibe bei meinem Credo, in allen Ortsteilen Wahlkampf zu machen – jede Woche bis zur Wahl“, erklärt Valentin, dem der geringe Besucherverkehr an diesem Nachmittag nichts ausmacht. Als Bürgermeister wolle er den Fokus auf Austausch und Kommunikation legen, auch mit den Umlandgemeinden.

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Stilwechsel und konkrete Ziele für Anklam

Valentin verspricht einen klaren Stilwechsel für die Peenestadt. Weniger Prestigeobjekte, keine unerwünschten Solarfelder, mehr Gehwegsanierungen statt neuer Kreisverkehre – so fasst er einige seiner Wahlkampfthemen zusammen. Besonders am Herzen liegt ihm der Bahnhof, dessen schlechten Zustand er als Pendler aus eigener Erfahrung kennt. „Ein schlechtes erstes Bild für die Stadt und die Region“, kritisiert der AfD-Mann.

Der 59-Jährige versteht sich als Kommunalpolitiker mit Weitblick und verweist auf seine politische Erfahrung im Kreistag sowie seine Tätigkeit als Fraktionsgeschäftsführer und Vizevorsitzender der AfD in der Greifswalder Bürgerschaft.

Von Australien zurück in die Heimat Vorpommern

Die Bürgermeisterkandidatur in Anklam hat auch familiäre Wurzeln: Bis 1945 lebte Valentins Familie in der Stadt, bevor sie vor den Russen in den Westen floh. Nach seinem Studium in Europa-Studien zog er nach Australien, wo er promovierte und seine Leidenschaft fürs Wandern auslebte. „Australien ist ein schönes Land“, blickt er zurück, „aber es wurde mir trotz deutscher Community in Adelaide kein Zuhause.“

Den Entschluss, nach Deutschland zurückzukehren, fasste er aus dem Wunsch, eine Familie zu gründen. In Vorpommern hat er seine Heimat gefunden – und auch seine politische Heimat in der AfD. Eine andere Partei, die seine Werte teilt, kann er sich nicht vorstellen, betont Valentin, der seit etwa zehn Jahren für die AfD in der Region aktiv ist.

Konzentration auf die Bürgermeisterwahl

Bei den Landtagswahlen 2021 kandidierte Valentin im Greifswalder Wahlkreis erfolglos. Bei den anstehenden Wahlen im September wird sein Bild nicht auf Plakaten zu sehen sein – er will sich voll auf die Bürgermeisterwahl in Anklam konzentrieren. Sollte er am 12. April erfolgreich sein, könnte ein erneuter Wohnortwechsel folgen: Als Bürgermeister könnte er sich vorstellen, in die Peenestadt zu ziehen. Die Pendelei mit der Bahn würde dann endlich ein Ende haben.

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