Nun doch Bürgermeisterwahl in Bütow: Kandidat gefunden
Bürgermeisterwahl in Bütow: Kandidat gefunden

Bürgermeisterwahl in Bütow: Dietmar Ott kandidiert

In der Gemeinde Bütow wird es nun doch zu einer Bürgermeisterwahl kommen. Nachdem der bisherige Bürgermeister Manfred Semrau sein Amt Anfang 2026 nach rund anderthalb Jahren der laufenden Wahlperiode niedergelegt hatte, war zunächst unklar, wie es weitergeht. Insgesamt hatte Semrau das Bürgermeisteramt rund zwölf Jahre bekleidet. Ein Nachfolger zeichnete sich zunächst nicht ab. Inzwischen hat sich jedoch mit Dietmar Ott ein Kandidat bereit erklärt, bei einer Neuwahl anzutreten. Zur Gemeinde Bütow gehören auch die Ortsteile Dambeck, Erlenkamp und Karchow.

Nach Rücktritt ringt die Gemeinde um Handlungsfähigkeit

Der nun kandidierende Bewerber ist in der Gemeinde kein Unbekannter. Bereits zur Kommunalwahl 2024 hatte sich Dietmar Ott sowohl für das Bürgermeisteramt als auch für die Gemeindevertretung zur Wahl gestellt. Damals setzte sich Amtsinhaber Manfred Semrau mit rund 60 Prozent der Stimmen durch. Nach dessen Rücktritt verschärfte sich die personelle Situation in der Gemeindevertretung zusätzlich. Dort sind aktuell nur wenige Mitglieder aktiv. Durch das Ausscheiden des Bürgermeisters fiel zugleich ein weiterer Sitz weg. Damit stand die Gemeinde zeitweise vor der Frage, wie die Handlungsfähigkeit gesichert werden kann.

Grundsätzlich habe es aus der bisherigen Gemeindevertretung durchaus Bereitschaft gegeben, Verantwortung zu übernehmen, schilderte Ott. Eine Kandidatur hätte in einzelnen Fällen jedoch mit anderen Ämtern oder bestehenden Funktionen kollidiert, die dann hätten niedergelegt werden müssen. Auch deshalb sei es zunächst nicht zu einer unmittelbaren Lösung gekommen.

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Neuwahl parallel zur Landtagswahl 2026 geplant

Ott schilderte im Gespräch offen, dass er zunächst gezögert habe. „Vor einigen Wochen war ich mental noch nicht so weit“, sagte er. Der Rücktritt sei kurzfristig gekommen, die Situation habe sich erst sortieren müssen. Deshalb habe er sich bewusst Zeit genommen, das Für und Wider abzuwägen. Inzwischen sei er jedoch zu dem Schluss gekommen, Verantwortung übernehmen zu wollen – allerdings nur im Rahmen einer erneuten Wahl durch die Bürger. Dazu habe es Gespräche mit dem Amt Röbel-Müritz sowie mit Röbels Bürgermeister Matthias Radtke gegeben. Gemeinsam sei beraten worden, welche Vorgehensweise sinnvoll und rechtlich möglich sei. Am Ende fiel die Entscheidung zugunsten einer Neuwahl. Diese soll nach aktuellem Stand parallel zur Landtagswahl im September 2026 stattfinden. Damit könne der organisatorische Aufwand reduziert werden, etwa bei Wahlhelfern und Verwaltungsabläufen. Gleichzeitig bleibe noch Zeit, damit sich gegebenenfalls weitere Bewerber melden können. Das würde auch Dietmar Ott begrüßen. Ihm gehe es nicht darum, allein anzutreten, sondern darum, dass die Bürger eine echte Wahl hätten.

Deutlich wird im Gespräch auch seine persönliche Motivation. „Ich möchte nicht, dass die Verschacherung unserer Gemeinde eine Option wird“, sagte Ott. Die Region liege ihm am Herzen, es sei ihm nicht egal, wie sich Bütow weiterentwickelt. „Wegducken ist nicht.“ Erfahrungen im kommunalen Bereich bringt Ott nach eigenen Angaben bereits mit. Von 2021 bis 2023 leitete er den örtlichen Kulturverein und sammelte dort organisatorische Erfahrungen. Zudem gehört er seit der Wahl 2024 der Gemeindevertretung an. Auch das habe ihm Einblicke in Abläufe und Entscheidungsprozesse verschafft.

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Ehrenamt wird zur Herausforderung: Job und Amt kaum vereinbar

Ein wichtiger Punkt sei für ihn außerdem seine berufliche Situation. Als selbstständiger Parkettlegermeister könne er sich Termine freier einteilen als viele Angestellte. Gerade das sei aus seiner Sicht ein entscheidender Faktor. Denn das Bürgermeisteramt im Ehrenamt werde zunehmend schwieriger zu besetzen. Immer größere Gemeinden, mehr Verwaltungsvorgänge und steigende Anforderungen schrecken nach seiner Einschätzung viele potenzielle Kandidaten ab. „Das kannst du nur halbherzig machen, wenn du nebenbei einen Vollzeitjob hast“, sagte Ott. Zwar übernehme man ein solches Amt nicht des Geldes wegen. Dennoch müsse aus seiner Sicht darüber gesprochen werden, ob die bisherigen Modelle noch zeitgemäß seien. Je nach Größe einer Gemeinde und Umfang der Aufgaben könne man künftig stärker zwischen Ehrenamt, Teilzeit- oder Vollzeitstrukturen unterscheiden. Ehrenamtliche Bürgermeister erhalten in Mecklenburg-Vorpommern eine Aufwandsentschädigung, gestaffelt nach Einwohnerzahl. Für eine Gemeinde wie Bütow mit weniger als 500 Einwohnern sind das 840 Euro im Monat.

Sollte er gewählt werden, wolle Ott zunächst das Miteinander innerhalb der Gemeinde stärken. Sein erstes Ziel sei es, die Ortsteile Bütow, Dambeck, Erlenkamp und Karchow wieder enger zusammenzubringen.