Michael Galander kandidiert erneut: Anklams Bürgermeister will weiter gestalten
Galander will erneut Bürgermeister von Anklam werden

Michael Galander will weiter Bürgermeister von Anklam bleiben

Anklams Bürgermeister Michael Galander stellt sich Mitte April 2026 erneut zur Wahl und möchte sein Amt weiterführen. Der fast 57-Jährige, der seit 2002 das Stadtoberhaupt der Peenestadt ist, kandidiert bei der Wahl am 12. April 2026 für eine weitere Amtszeit. Seinen privaten Rückzugsort hat Galander seit rund 25 Jahren in Bömitz gefunden, einem Ortsteil der Gemeinde Rubkow nördlich der Peene.

Vom Bauunternehmer zum langjährigen Bürgermeister

Anfang der 1990er Jahre kam Michael Galander, dessen Wurzeln im Emsland liegen, nach Vorpommern. Er betont, dass er nicht als „Baulöwe“ in den Osten gekommen sei, sondern als normaler kaufmännischer Angestellter im Außendienst für ein Bauunternehmen aus den alten Bundesländern. Im Jahr 1994 gründete er in Anklam ein eigenes Bauunternehmen, bevor er 2002 den Wechsel aus der Baubranche an die Spitze der städtischen Verwaltung vollzog.

In den letzten 24 Jahren blieb Galander nicht immer unumstritten. Insbesondere rund um die Wahlen – er wurde 2010 und 2018 wiedergewählt – gab es hitzige Debatten, wie er sich erinnert. Auch in dieser Wahlrunde ist das nicht anders. Sein Domizil in Bömitz dient ihm dabei als Kraftquelle. Die 15-minütige Autofahrt zwischen Arbeits- und Wohnort nutzt er für erste Telefonate vor dem Start in den Arbeitstag oder für letzte Gespräche, um Abstand zu gewinnen.

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Privates Leben in Bömitz als Ausgleich

Michael Galander schätzt das Dorfleben in Bömitz, genießt den Blick ins Grüne über umliegende Felder und die regelmäßigen Treffen unter Nachbarn, die inzwischen zu Freunden geworden sind. Im Haus und Garten packt er, sofern die Zeit es zulässt, auch mal mit an. Kürzlich mussten im großen Stil hochgewachsene Bäume und Sträucher ausgeholzt werden, was er jedoch Profis überließ. Den Rasen lässt er sommertags mähen, aber eines seiner Lieblingsgeräte, das er gern selbst bedient, ist der Kärcher, mit dem er sich in der letzten Saison den Pflasterwegen rund ums Haus widmete.

Mit den Haushaltspflichten ist er ebenfalls vertraut und engagiert dabei. „Ich mag Ordnung und da pack ich dann auch schon selbst mit an“, sagt Galander. Nur das Kochen überlässt er anderen. „Die Spiegeleier fürs Frühstück am Wochenende bekomme ich hin“, erzählt er launig, und an den Grill stellt er sich liebend gern. Die Entscheidung, in Bömitz zu leben, stand nach der Trennung von seiner Exfrau in den zurückliegenden Jahren noch einmal auf dem Prüfstand. Nachdem diese beschloss, aus Vorpommern wegzuziehen und in ihre alte Heimat zurückzukehren, lebt Michael Galander inzwischen mit seiner neuen Partnerin hier, die ihm, nach eigener Aussage, auch im Wahlkampf den Rücken stärkt.

Gemeinsame Entscheidung für die Wiederwahl

Die Entscheidung, sich doch noch einmal um das Bürgermeisteramt zu bewerben, sei auch gemeinsam mit seiner Partnerin gefallen, ebenso der Entschluss, dass sie in der Wahlphase bewusst im Hintergrund bleibt. Natürlich gibt sie Ratschläge und Empfehlungen und sagt auch schon mal, welches Hemd zum Sakko passe, wenn ein Fototermin ansteht, räumt er ein. Aber darüber hinaus bliebe sie derzeit bewusst hinter den Kulissen.

Anfänglich hätte eine Wiederkandidatur nicht auf der Agenda gestanden, erinnert Galander an seine damaligen Pläne. Diese sahen vor, zusätzlich zu den bereits erreichten Versorgungsbezügen vielleicht noch Optionen als Berater bei einem Verband, bei Versorgern oder bei einer Kammer zu besetzen. Dieser Ansatz würde jedoch, gewissermaßen als Plan B, erst wieder aus der Schublade geholt werden, wenn der Wiedereinzug ins Anklamer Rathaus nicht gelänge.

„Wer nicht kämpft, hat schon verloren“

„Aber wer nicht kämpft, hat schon verloren“, sagt das amtierende Stadtoberhaupt Anklams und stellt sich dem anstehenden Finale im Kampf um das Amt. Die einen freut das, andere wiederum nicht, dessen ist sich auch Galander bewusst. Zu den Erfolgen und positiven Entwicklungen in der Stadt in den zurückliegenden Jahren gesellen sich auch Stimmen, die dem Bürgermeister „Alleingänge“ und „Hemdsärmeligkeit“ vorwerfen.

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Auf die Frage, wo er sich auf der Skala zwischen Anklam-Macher und Anklam-Diktator, wie er von einigen Kritikern spöttisch genannt wird, selbst sieht, antwortet er: „Ich bin in der tiefsten Überzeugung, dass Demokratie die beste Form ist.“ Er spreche sich dafür aus, Themen und Projekte gemeinsam zu entwickeln und zu diskutieren, mit den Bürgern, in der Stadtvertretung und in den Ausschüssen. Man dürfe Projekte aber auch nicht „totdiskutieren“, und unendlich in die Ausschüsse zurückverweisen und Konzepte erstellen. Da komme dann auch bei ihm die Unternehmerseele durch, die etwas voranbringen und schaffen will, ob nun beim Neubau der Schwimmhalle oder bei den Plänen für die neue Feuerwehr.

Ob rote Sofas, Stadtumbau oder Kreisverkehre – man könne es nie allen recht machen. Wichtig sei ihm, dass sich in der Stadt etwas tue. Bei aller Hartnäckigkeit und strittigen Entscheidungen stellt er klar: „Ich mach das nie zu meinem Vorteil oder weil ich da etwas davon habe, sondern weil ich denke, das muss jetzt gemacht werden.“