Mandy Pfeifer: SPD-Kandidatin will Schwerin mit Dialog statt Spaltung führen
Die Entscheidung von Mandy Pfeifer, sich um das Amt der Oberbürgermeisterin in Schwerin zu bewerben, fiel nicht leicht. „Meine Kandidatur kam spät, weil ich das mit meinem Umfeld – vor allem mit meiner Familie – abstimmen wollte“, erklärt die Landtagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvorsitzende in der Stadtvertretung. Für die 48-Jährige ist klar: „Wenn ich sage, ich möchte Oberbürgermeisterin werden, dann betrifft das nicht nur mich.“
Zwischen politischer Verantwortung und Privatleben
Letztlich trieb sie jedoch ihre politische Überzeugung an: „Bewogen hat mich am Ende die Überzeugung, dass ich für die Menschen, für die ich ohnehin seit Jahren unterwegs bin, und auch für den Schutz unserer Demokratie als Oberbürgermeisterin gerade am wirksamsten sein kann.“ In den Wahlkampf um die Nachfolge von Oberbürgermeister Rico Badenschier schickt sie die SPD gemeinsam mit Die Linke, wobei auch Bündnis 90/Die Grünen ihre Kandidatur unterstützen.
Die SPD-Politikerin kennt die Herausforderungen, Politik und Privatleben zu vereinbaren. Als Mutter zweier Kinder im Alter von 19 und 21 Jahren durchlebt sie aktuell eine Phase des Loslassens. „Meine große Tochter wohnt nicht mehr zu Hause. Die Kleine ist auf dem Abflug“, berichtet Pfeifer. Rückhalt findet sie bei ihrem „sehr verständnisvollen Mann“, der ihr den Rücken freihält.
Verwurzelt in der Heimatstadt Schwerin
Geboren in Güstrow und in Schwerin aufgewachsen, bezeichnet Mandy Pfeifer die Landeshauptstadt als ihre Heimat. „Das ist meine Heimatstadt. Ich bin hier groß geworden. Mein Herz schlägt für diese Stadt“, betont sie. Nach ihrem Studium in Wismar kehrte sie bewusst zurück, während viele aus ihrer Generation wegzogen. Diese tiefe Verbundenheit prägt ihr politisches Engagement, bei dem sie auch die Bedeutung familiärer Unterstützung hervorhebt.
Kritik an vergangener Stadtpolitik und Warnung vor Spaltung
Mit Blick auf die jüngere Stadtpolitik äußert sich Pfeifer deutlich kritisch. Sie spricht von „herausfordernden Debatten“ und „schlimmen Entscheidungen“, wie der Ablehnung eines Migrantenbeirats durch eine Mehrheit aus AfD und CDU. „Das heißt, wir lassen die Expertise der Menschen, die sich hier integrieren sollen, einfach raus“, moniert sie.
Besorgt beobachtet sie, wie Themen außerhalb der städtischen Zuständigkeit genutzt wurden, um die Gesellschaft zu spalten. „Wenn eine Stadtgesellschaft gespalten wird, ist das schwierig, denn eine gespaltene Stadtgesellschaft verliert den Zusammenhalt und den Gemeinsinn“, warnt Pfeifer. Hass und Hetze hätten zu viel Raum gewonnen – eine Entwicklung, die sie stoppen will.
Dialog als gelebte Praxis und Pläne als Oberbürgermeisterin
Mandy Pfeifer setzt auf direkte Gespräche statt Polarisierung. „Ich rede nicht über Menschen, ich rede mit Menschen“, erklärt sie. Diese Haltung lebt sie im Wahlkreis, bei Vereinen und in Stadtteilen durch Formate wie Kaffeeklatsch und Feierabendschnack. Als Oberbürgermeisterin plant sie regelmäßige Bürgerdialoge, um die Distanz zwischen Politik und Bürgern zu verringern.
Persönliche Auszeiten und skurrile Eigenheiten
Trotz ihres vollen Terminkalenders findet Pfeifer Momente der Ruhe in ihrem Kleingarten oder durch bewusste Auszeiten. Früher spielte sie zwölf Jahre lang Geige am Konservatorium, heute wartet eine Bratsche auf ihren Einsatz. Eine amüsante Eigenheit verrät sie lachend: „Mein Tick ist ein ordentlich eingeräumter Geschirrspüler“, so penibel, dass ihre Töchter Freunde warnen, das Einräumen ihr zu überlassen.



