Könnern/MZ. - Die angespannte weltweite Lage hinterlässt auch in den kommunalen Kassen ihre Spuren. „Wir haben momentan zu viele Kriege auf der Welt. Dies drückt sich nicht nur an den hohen Preisen an den Zapfsäulen aus. Wir können auch nicht mehr Straßen für die Kosten von vor zehn Jahren grundhaft sanieren oder ausbauen“, leitete Könnerns Bürgermeister Martin Zbyszewski (SPD) den Tagesordnungspunkt „Fortschreibung des Liquiditätssicherungs- und Haushaltskonsolidierungskonzeptes von 2027 bis 2034“ bei der jüngsten Stadtratssitzung ein.
Haushaltslage zwingt zu harten Einschnitten
Um einen genehmigten Haushalt vorlegen zu können, muss die Stadt Könnern ihre freiwilligen Aufgaben drastisch reduzieren. Dies betrifft unter anderem Zuschüsse für Vereine, kulturelle Veranstaltungen und die Unterhaltung von Dorfgemeinschaftshäusern. Besonders umstritten ist der mögliche Verkauf des Dorfgemeinschaftshauses in Ilbersdorf, der zu einer heftigen Debatte im Stadtrat führte.
Verkauf von Dorfgemeinschaftshäusern als letzter Ausweg
Die Stadtverwaltung schlägt vor, nicht mehr benötigte oder sanierungsbedürftige Dorfgemeinschaftshäuser zu veräußern, um die Kasse zu entlasten. Kritiker befürchten jedoch den Verlust von sozialen Treffpunkten in den Ortsteilen. „Diese Häuser sind das Herz unserer Gemeinschaft. Wenn wir sie verkaufen, nehmen wir den Dörfern ihre Identität“, warnte ein Stadtrat der Opposition.
Bürgermeister Zbyszewski betonte, dass die Entscheidung nicht leicht falle, aber notwendig sei, um die Handlungsfähigkeit der Stadt zu erhalten. „Wir müssen priorisieren. Jeder Euro, den wir nicht für Pflichtaufgaben ausgeben, fehlt uns an anderer Stelle.“
Liquiditätssicherung bis 2034
Das vorgelegte Konzept sieht vor, bis zum Jahr 2034 die Liquidität der Stadt zu sichern und gleichzeitig die Verschuldung abzubauen. Dies erfordert jährliche Einsparungen im Millionenbereich. Neben dem Verkauf von Immobilien werden auch höhere Gebühren und Steuern diskutiert.
Die nächste Stadtratssitzung wird zeigen, ob die Vorschläge der Verwaltung mehrheitsfähig sind. Bis dahin bleibt die Zukunft der Dorfgemeinschaftshäuser ungewiss.



