Münchner Wahlplakate: Parteien drohen Bußgelder nach Kommunalwahl
Mehr als zwei Wochen nach der Stichwahl zur Kommunalwahl in München prägen weiterhin zahlreiche Wahlplakate das Stadtbild. Obwohl die Frist für den Abbau längst verstrichen ist, lächeln Kandidaten von Laternenmasten, Bäumen und selbstgebauten Ständern. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) warnt nun vor finanziellen Konsequenzen für die säumigen Parteien.
Klare Regeln für den Plakatabbau
Laut offiziellen Vorgaben müssen Wahlplakate spätestens zwei Wochen nach der Stichwahl entfernt werden. Eine Sprecherin des zuständigen Kreisverwaltungsreferats präzisiert: "Die Frist endete am Sonntag, dem 5. April 2026." Lediglich Plakate, die an konkrete Veranstaltungen gebunden sind, dürfen länger hängen bleiben – und zwar bis zu sechs Wochen vor und zwei Wochen nach dem jeweiligen Termin.
Derzeit sind jedoch kaum politische Veranstaltungen zu beobachten. Die Parteien scheinen sich nach dem anstrengenden Wahlkampf eine Osterpause zu gönnen und zeigen wenig Eile bei der Beseitigung ihrer Wahlwerbung.
Finanzielle Risiken für säumige Parteien
Das KVR hat ein klares Verfahren für den Umgang mit überfälligen Plakaten: "Werden Wahlplakate nicht fristgerecht abgebaut, wird die verantwortliche Partei oder Wählergruppe zur Entfernung aufgefordert." Kommt diese Aufforderung nicht nach, drohen Bußgelder. Die Höhe der Strafe hängt dabei von der Anzahl der noch vorhandenen Plakate ab.
Ein nicht repräsentativer Rundgang durch die Stadt zeigt, dass insbesondere die SPD, die bei der Stadtrats- und Oberbürgermeisterwahl eine deutliche Niederlage einstecken musste, mit erheblichen Geldstrafen rechnen muss. Auch der im ersten Wahlgang gescheiterte CSU-Oberbürgermeisterkandidat Clemens Baumgärtner ist noch auffällig oft an Straßenrändern zu sehen.
Reaktionen der Parteien und aktuelle Entwicklungen
Selbst der Wahlsieger Dominik Krause von den Grünen war bis vor kurzem noch auf Plakaten präsent. Ein Sprecher der Grünen erklärt: "Wir haben geplant, die Plakate nach der Stichwahl zügig abzubauen. Unsere Ortsverbände sind informiert, und ein Großteil ist bereits entfernt." Die vollständige Beseitigung soll zeitnah erfolgen.
SPD und CSU haben auf Nachfragen bisher nicht reagiert. Das KVR betont, dass alle Parteien aufgefordert wurden, "die Plakate umgehend zu entfernen". Während am Donnerstag bereits viele Plakate verschwunden waren, bleibt die Situation in einigen Stadtteilen angespannt.
Die anhaltende Präsenz der Wahlwerbung wirft Fragen zur Einhaltung kommunaler Vorschriften auf und könnte für manche Parteien zu unerwarteten finanziellen Belastungen führen. Die Stadtverwaltung behält sich vor, bei anhaltenden Verstößen konsequent durchzugreifen.



