Sparzwang in Stavenhagen: Jugendklub vor dem Aus?
Sparzwang: Jugendklub in Stavenhagen vor dem Aus

Stadt kündigt Vertrag: Droht jetzt das Aus für den Jugendklub in Stavenhagen?

Die Sparpläne der Reuterstadt treffen nun auch die Jugendarbeit: Der Vertrag für den Jugendklub steht auf der Kippe. Am 4. Mai soll bei einem Krisengespräch eine Lösung gefunden werden. Das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum in Stavenhagen steht auf der Kippe, wenn sich Stadt und Arbeiterwohlfahrt nicht einigen.

Gegen den Sparkurs regt sich Widerstand

Gegen den Sparkurs in Stavenhagen regt sich jetzt Widerstand. Von den Kürzungen ist auch das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum (KJFZ) der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betroffen. So können ab dem nächsten Jahr die Kosten von der Stadt nicht mehr in der vertraglich festgelegten Höhe getragen werden. Die liegt für 2026 bei rund 93.600 Euro. In ihrer März-Sitzung beschlossen die Stadtvertreter, den Vertrag mit der Awo zu kündigen, um die sechsmonatige Kündigungsfrist bis zum Jahresende einhalten zu können. Gleichzeitig forderten sie von der Awo, ein neues Konzept zu erstellen.

Awo fühlt sich übergangen

Die Awo fühle sich jetzt übergangen, wie der neue Geschäftsführer Martin Jennerjahn auf Nordkurier-Nachfrage sagt. Die Stadtvertreter hätten ihre Entscheidung getroffen, ohne zuvor mit der Awo zu sprechen. „Das ist kein guter Stil“, kritisierte der Awo-Chef. Er glaube, dass hinter den Überlegungen das Ziel stecke, den Betrieb des Jugendklubs günstiger zu gestalten. „Es geht ums Geld.“ Dann solle man das auch so sagen. Bisher sei noch nie geäußert worden, dass die Stadt mit dem Konzept unzufrieden sei.

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Arbeitsrechtliche Verpflichtungen und Tarifbindung

Im Jugendklub arbeiten zwei Beschäftigte mit jeweils 30 Wochenstunden, beide seit mehr als 20 Jahren. Jennerjahn verweist auf arbeitsrechtliche Verpflichtungen und auf die Tarifbindung. Aus Schwerin gebe es Druck, Tariflöhne flächendeckend zu zahlen. „Wir machen das, und das wird uns nun zum Vorwurf gemacht“, sagt er. „Wir können den Jugendklub nicht kostengünstiger betreiben.“ Die Finanzen seien die Grundlage für den Betrieb, er stelle aber infrage, ob Einsparungen am Jugendklub der richtige Weg seien, so Jennerjahn.

Offener Brief an die Stadtvertreter

In einem offenen Brief an die Stadtvertreter habe die Awo deutlich gemacht, dass für sie der bloße Sparzwang keine ausreichende Begründung für die Einschnitte sei. Stavenhagen könne stolz darauf sein, als eine der wenigen Städte in der Region noch einen Jugendklub zu haben. Als Träger hätte er sich gewünscht, dass die Stadtpolitiker frühzeitig das Gespräch gesucht hätten, um eine langfristige, sozialverträgliche Lösung zu finden. Er wünsche sich, dass die Stadtvertreter ihre Entscheidung noch einmal überdenken.

Gesprächsrunde mit Stadtvertretern geplant

Für Montag, den 4. Mai, um 18 Uhr lädt die Awo Stadtvertreter zu einer Gesprächsrunde in den Jugendklub ein. Ziel sei es, einen Ausweg aus der aktuellen Lage zu finden und die Folgen einer Vertragskündigung zu klären. Auch bei den Stavenhagenern kommen die städtischen Pläne nicht gut an. In den sozialen Medien wird dazu aufgerufen, um den Jugendklub zu kämpfen. „Rettet unseren Jugendklub: für unsere Kinder, für unsere Zukunft, für unsere Stadt“, heißt es da. Die Stadtvertretung tagt unterdessen am Mittwochabend, 29. April, um 19 Uhr wieder.

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