Ueckermünde: Lob und Kritik nach Stichwahl – Neuer Bürgermeister unter Druck
Ueckermünde: Lob und Kritik nach Stichwahl

Die Wahlparty des neuen Ueckermünder Bürgermeisters Tino Spiegelberg (parteilos) dauerte bis in die frühen Morgenstunden. Auf seinem Grundstück feierte der 52-Jährige mit Unterstützern und empfing Glückwünsche von Stadtvertretern und Bürgern. Heiko Schütze, Inhaber des Ferienparks Bellin und sachkundiger Einwohner, überreichte gemeinsam mit seiner Frau Gisela eine Packung Mozartkugeln – eine Anspielung auf Spiegelbergs Vorliebe, die er im Wahlkampf verraten hatte.

Glückwünsche vom unterlegenen Kandidaten

Am Montag zeigte sich Spiegelberg erfreut über die vielen Glückwünsche. Auch sein unterlegener Kontrahent Karsten Berndt (parteilos) gratulierte per Handynachricht. Staatskanzlei-Chef Patrick Dahlemann (SPD), der amtierende Bürgermeister Jürgen Kliewe (parteilos) und zahlreiche weitere Personen sprachen ihm ihre Anerkennung aus. „Die Ueckermünder haben entschieden“, kommentierte Kliewe das Ergebnis, das für ihn nicht vorhersehbar gewesen sei. Er bot seinem Nachfolger bereits jetzt Unterstützung an.

Zufriedenheit bei der CDU, Enttäuschung bei Berndt-Anhängern

Kathleen Fleck, Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands, der Spiegelberg in der Stichwahl unterstützt hatte, zeigte sich sehr zufrieden. Man freue sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Von den Anhängern Berndts erwarte sie, dass sie das Wahlergebnis akzeptieren. Auf der Wahlparty des unterlegenen Kandidaten herrschte dagegen Kopfschütteln. „Gute Nacht, Ueckermünde“, war zu hören. André Klink vom Bürgerbund bedauerte das Ergebnis: „Ich persönlich finde es schade.“ Er hätte sich von Berndts Erfahrung einen wirtschaftlichen Aufschwung versprochen. Klink wünscht sich künftig mehr Transparenz und weniger nichtöffentliche Sitzungen.

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BfVG-Fraktionschef fordert Beweis

Detlef Rabethge, Fraktionschef der BfVG in der Stadtvertretung, äußerte sich enttäuscht. Er halte Berndt weiterhin für den besseren Kandidaten. Dennoch wolle seine Fraktion Spiegelberg unterstützen, falls dieser die Hilfe annehme. Der neue Bürgermeister müsse jedoch beweisen, dass er der richtige Mann sei, um Ueckermünde aus dem „gefühlten Stillstand“ zu führen – insbesondere mit Blick auf die verwaiste Innenstadt und rückläufige Tourismuszahlen. Rabethge kritisierte zudem eine „Hinterzimmerpolitik“ mit zu vielen nichtöffentlichen Diskussionen. Bürgermeister Kliewe wies diesen Vorwurf zurück: Der Hauptausschuss diene der Vorklärung, schließe die Öffentlichkeit aber nicht grundsätzlich aus.

Einwohner wünscht sich Veränderungen

Walter Schaff (SPD) gab zu, Berndt in den letzten zwei Wochen unterstützt zu haben. Er glaube, dass Berndt die Stadt strategisch besser hätte voranbringen können. Schaff wünscht sich, dass es unter Spiegelberg kein „Weiter so“ gibt. Gleichzeitig lobte er das heutige Niveau der Stadt: Ärzte, Klinikum, Kitas, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten seien vorhanden. „Da gibt es aus meiner Sicht nichts zu bemängeln.“ Er fordert jedoch mehr Offenheit, Transparenz und eine bessere Diskussionskultur. Themen wie der Bau des Strandkreisels hätten öffentlich diskutiert werden müssen.

Spiegelberg setzt auf Zusammenarbeit

Der Wahlsieger selbst gab an, noch keine genauen Ziele abgesteckt zu haben. „So weit bin ich noch nicht.“ Er betonte jedoch, mit allen Stadtvertretern zusammenarbeiten zu wollen – unabhängig davon, dass seine Wahlbanner vor der Stichwahl mit „CDU“ beschmiert worden waren. Trotz dieser Nähe zur CDU bleibe er parteilos, stellte Spiegelberg klar. Die Straftat wurde zur Anzeige gebracht.

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