Endspurt in Ueckermünde: Stadtvertreter positionieren sich für Stichwahl am 26. April
Ueckermünder Bürgermeisterwahl: Wer unterstützt wen im Endspurt?

Endspurt im Ueckermünder Wahlkampf: Stadtvertreter positionieren sich für die Stichwahl

In Ueckermünde steht die entscheidende Phase der Bürgermeisterwahl bevor. Am 26. April 2026 treten die beiden parteilosen Kandidaten Karsten Berndt (52) und Tino Spiegelberg (52) in einer Stichwahl gegeneinander an. Nach dem ersten Wahlgang, bei dem Berndt mit 33,8 Prozent der Stimmen klar vorne lag und Spiegelberg auf 20,9 Prozent kam, müssen die Wähler nun die endgültige Entscheidung treffen. Der Kandidat, der mehr als 50 Prozent der Stimmen erhält, wird neuer Bürgermeister der Stadt.

Unterstützung für Karsten Berndt: Fachlichkeit und Erfahrung als Argumente

Mehrere Fraktionen und Stadtvertreter haben sich bereits für Karsten Berndt ausgesprochen. Der Bürgerbund Ueckermünde unterstützt Berndt eindeutig. André Klink, Mitglied des Bürgerbunds, betonte: „Der Bürgerbund wird Karsten Berndt unterstützen. Wir gehen davon aus, dass er aufgrund seiner Fachexpertise und Erfahrung in der Stadtvertretung gut in den Themen stehe.“ Fraktionschefin Antje Krins erklärte, Berndt sei nach Auffassung der Fraktion alternativlos, da er Visionen für die Stadtentwicklung habe und Kompetenz für das Amt einbringe.

Auch die AfD-Fraktion unter Inken Arndt unterstützt mehrheitlich Berndt. „Wir unterstützen Karsten Berndt, weil er sich im Wahlkampf den öffentlichen Fragen gestellt und dabei seine Vorstellungen für die Entwicklung unserer Stadt deutlich gemacht hat“, so Arndt. Sie kritisierte Spiegelberg dafür, dass er sich nicht öffentlichen Diskussionsrunden stelle: „Aus dem Wohnzimmer lässt sich keine Stadt führen. Ein Bürgermeister muss präsent sein.“

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Die BfVG-Fraktion (Bürger für Vorpommern-Greifswald) steht geschlossen hinter Berndt. Fraktionsvorsitzender Detlef Rabethge sagte: „Herr Berndt ist ein exzellenter Analytiker, er ist sozial engagiert und er hat Visionen, diese Stadt voranzubringen.“ Berndt bringe nicht nur politische Erfahrung mit, sondern könne auch auf anderen Gebieten mit größerer Expertise punkten.

Befürworter für Tino Spiegelberg: Teamplayer und ehrenamtliches Engagement

Auf der anderen Seite gibt es etliche Befürworter für Tino Spiegelberg. Carsten Seeger (SPD, Gemeinsam für Ueckermünde) und Stadtvertreter Jens Albrecht (parteilos, Fraktion Gemeinsam für Ueckermünde) unterstützen ihn. Seeger erklärte: „Von den beiden verbliebenen Kandidaten traue ich Tino Spiegelberg am meisten zu, das wichtige Bindeglied zwischen Verwaltung und Stadtvertretung zu sein.“

Der CDU-Gemeindeverband Ueckermünde-Stettiner Haff unterstützt ebenfalls Spiegelberg. In einer Stellungnahme hieß es, man kenne ihn und sein ehrenamtliches Engagement seit vielen Jahren. „Für das Amt des Bürgermeisters muss man ein Teamplayer sein. Er sei kein Egomane“, so der Verband. In Richtung Berndt erhob die CDU schwere Vorwürfe: Man sehe bei ihm Parallelen zum Populismus, und die Zusammenarbeit mit ihm sei nicht wirklich konstruktiv gewesen.

Kritische Stimmen und Vorwürfe im Wahlkampf

Die Fraktion „Gemeinsam für Ueckermünde“ aus CDU, SPD und FDP verurteilte in einer Mitteilung die Eskalation mit Angriffen im Wahlkampf, von denen vor allem Karsten Berndt betroffen war. Die Fraktion kritisierte Berndts Auftreten und Tonfall in sozialen Netzwerken, der das politische Klima vergifte. Sie verwies auf einen Vorfall, bei dem Berndt einem Fraktionsmitglied mitgeteilt haben soll, Informationen an den Staatsschutz weiterleiten zu wollen – was die Fraktion als Einschüchterungsversuch wertete.

Berndt wies diese Vorwürfe zurück: „Die in Ihrer Anfrage wiedergegebenen Vorwürfe weise ich vollständig zurück. Soweit ich von Ermittlungsbehörden als Zeuge befragt werde, gebe ich selbstverständlich wahrheitsgemäß Auskunft.“ Er betonte, für einen sachlichen, respektvollen und fairen Wahlkampf zu stehen.

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Positionen der ausgeschiedenen Kandidaten

Einige ausgeschiedene Kandidaten haben Empfehlungen abgegeben. Hartmut Baranowski (AfD) spricht sich klar für Tino Spiegelberg aus – im Widerspruch zu seiner eigenen Partei. „Wir kennen uns lange. Ihm würde ich die Arbeit als Bürgermeister eher zutrauen als Karsten Berndt“, sagte Baranowski. Er halte es für schwierig, wenn jemand wie Berndt eine Firma und Immobilien besitze und schnell in Interessenkonflikte kommen könnte.

Jeremy Brehme (Bündnis Deutschland) hatte sich bereits für Karsten Berndt ausgesprochen. René Hafenstein (parteilos) sagte, er traue den Ueckermündern zu, selbst die richtige Entscheidung zu treffen. Martin Kühnl-Mossner und Meik von Deetzen (beide parteilos) gaben bisher keine Empfehlung ab.

Die Kandidaten im Endspurt

Tino Spiegelberg begründete seine Absage für gemeinsame Kandidatenforen damit, dass sein Fokus auf dem direkten Kontakt zu den Bürgern liege. „Statt öffentlicher Duelle bevorzuge ich die gezielte inhaltliche Auseinandersetzung in Einzelgesprächen“, teilte er mit. Er lädt alle Interessierten zu einem Bürgerdialog am Freitag, 24. April, von 16 bis 18 Uhr an den Strand von Ueckermünde ein.

Karsten Berndt empfindet die Vorwürfe gegen seine Person als ehrverletzend. „Begriffe wie ‚Populismus‘, ‚aggressive Konfliktführung‘ oder ‚Vergiftung des politischen Klimas‘ sind schwerwiegende persönliche Zuschreibungen, für die ich keine Grundlage sehe“, so Berndt. Die Fraktionen BfVG und Bürgerbund wiesen in einer gemeinsamen Stellungnahme die Vorwürfe gegen Berndt zurück und machten sich für ihn stark. Sie verwiesen auf seine Initiativen, etwa in der „Hotelproblematik“, und sahen die Ursachen für das vergiftete Klima im Wahlkampf an anderer Stelle – unter Hinweis auf Attacken wie eingeschlagene Scheiben und zerstochene Reifen an Berndts Wahlkampfbüro.

Die Stichwahl am 26. April verspricht somit nicht nur eine spannende Entscheidung, sondern hat bereits jetzt die politischen Lager in Ueckermünde deutlich polarisiert.