Eigentlich wollte Torsten Schönsee an diesem Wochenende auf dem Traktor sitzen und Furchen beim Pflügerwettbewerb in Rastow ziehen. Doch daraus wird nichts. „Vor ein paar Tagen bekam ich einen Anruf, in dem ich gefragt wurde, ob ich den Hauptschiedsrichter machen möchte“, erklärt der Landwirt von der Karbower Agrargenossenschaft.
Kurzerhand zugesagt
Am Telefon war der eigentliche Hauptschiedsrichter Carsten Dettmann. „Torsten, ich bin krank. Hast du nicht Lust, in Rastow für mich einzuspringen?“, wurde Schönsee gefragt. „Lange gezögert habe ich nicht, denn ich wollte schon immer mal Hauptschiedsrichter sein.“ Dass es jetzt so schnell geht, damit hatte er nicht gerechnet.
Schon öfter wurde er von Kollegen und anderen Landwirten angesprochen, wann er mit dem Pflügen aufhören wolle. „Ich wäre mit Abstand der Älteste gewesen“, erläutert er. „Aber für mich ist es jetzt an der Zeit, aufzuhören. Der Nachwuchs ist da. Vom Alter her könnten sie meine Kinder sein“, sagt er und lacht.
Sohn Tobias tritt in die Fußstapfen
Sein Sohn Tobias übernimmt sozusagen den Pflug. Er ist ebenfalls Landwirt und arbeitet bei Boltjes und ter Schure in Kummer. „Bei meinem ersten Wettbewerb bin ich Vierter von neun Teilnehmern geworden“, erinnert sich Torsten Schönsee. „Für das erste Mal ist das ein solides Ergebnis.“ Seit 2003, als er erstmals bei einem Pflügerwettbewerb in Friedrichsruhe teilnahm, ist der erfahrene Landwirt regelmäßig Gast bei vielen Wettbewerben in der Region. Kürzlich sicherte er sich im Landkreis Rostock den ersten Platz im Beetpflug und den Gesamtsieg des Wettbewerbs. Wie dort war er bei vielen Wettbewerben einer der härtesten Konkurrenten.
Im Landkreis Rostock war der passionierte Landwirt und Pflüger bereits als Schiedsrichter tätig. Dadurch und durch seine mehr als 20 Jahre Erfahrung weiß er genau, worauf es ankommt und worauf die Teilnehmer achten müssen. Von seinem Wissen profitiert auch sein Sohn Tobias. „Vor ein paar Tagen haben wir noch einmal zusammen seinen Pflug angeschaut.“
Dass er so lange aktiv an Wettbewerben teilnehmen konnte, daran hat unter anderem sein Chef einen großen Anteil: „Wenn ich etwas zum Pflügen brauchte, konnte ich es kaufen. Herr Schwager hat mich da immer sehr unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin.“
Froh, dass er aufhört, sind vermutlich auch seine Kollegen. „Die haben dann den Schlosser wieder für sich“, schmunzelt der Landwirt, bevor die Pflicht ruft. Es geht zur Vorbesprechung – nur dieses Mal in einer neuen Funktion.



