Vor 100 Jahren: Kurgast stürzt in Güllegrube – Osterbrände in Bad Schmiedeberg
Vor 100 Jahren: Kurgast stürzt in Güllegrube – Osterbrände

Vor 100 Jahren: Kurgast stürzt in Güllegrube – Scheunen brennen zu Ostern. Welche Ereignisse sich im April 1926 im Wittenberger Tageblatt und der Allgemeinen Zeitung wiederfinden: Pappelbrücke wird breiter. Kraftwerk strahlt Dämpfe an.

Von Karina Blüthgen, 28.04.2026, 14:00 Uhr

Eine alte Postkarte zeigt die Stadtansicht von Bad Schmiedeberg. Bis April 1926 hatte es mehrfach in der Kurstadt Brände gegeben. Im April brannten am Anger fünf Scheunen ab. (Repro: Karina Blüthgen)

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Wittenberg/MZ. – Der April 1926 hatte allerlei Interessantes zu bieten. Die Wittenberger Stadtverordneten hatten am 20. des Monats über etliche Bauprojekte zu entscheiden, deren Mittel auch allesamt bewilligt wurden. Unter anderem waren die Pflasterungen je eines Teilstücks der Sternstraße und der Großen Friedrichstraße geplant. Bei letzterem sollte zudem das noch offene Stück des Trajuhnschen Baches in Röhren gelegt werden. Auch in Kleinwittenberg sollte der Weg zum Bahnhof gepflastert werden.

Bauprojekte und Brände im April 1926

Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte die Mittel für mehrere Bauvorhaben. Neben den Pflasterungen stand auch die Verbreiterung der Pappelbrücke auf der Tagesordnung. Zudem sorgte das Kraftwerk für Aufsehen, da es Dämpfe ausstieß, die Anwohner belästigten.

Kurgast in Güllegrube gestürzt

Ein Kurgast aus Bad Schmiedeberg stürzte im April 1926 in eine Güllegrube und konnte nur mit Mühe gerettet werden. Der Vorfall sorgte in der Kurstadt für großes Aufsehen und führte zu Diskussionen über die Sicherheit von landwirtschaftlichen Anlagen in der Nähe von Kureinrichtungen.

Osterbrände in Bad Schmiedeberg

Zu Ostern 1926 brannten am Anger in Bad Schmiedeberg fünf Scheunen nieder. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude verhindern. Die Brandursache blieb ungeklärt, es wurde jedoch Brandstiftung vermutet. Die Schäden waren erheblich, und die betroffenen Landwirte standen vor dem Nichts.

Weitere Ereignisse im April 1926

Neben den genannten Vorfällen berichteten die Zeitungen über die geplante Pflasterung des Weges zum Bahnhof in Kleinwittenberg und die Instandsetzung der Trajuhnschen Bachröhren. Die Stadtverordneten zeigten sich entschlossen, die Infrastruktur der Region zu verbessern. Auch die Diskussion um die Dampfemissionen des Kraftwerks hielt an, wobei die Betreiber versprachen, die Anlage zu modernisieren.

Der April 1926 war somit ein Monat voller Herausforderungen und Neuerungen für Wittenberg und Bad Schmiedeberg. Die Ereignisse zeigen, wie sehr die Region vor einem Jahrhundert von landwirtschaftlichen und industriellen Entwicklungen geprägt war.

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