Wismar: Frank Junge gewinnt Stichwahl deutlich
Die Bürgermeisterstichwahl in Wismar hat am Sonntag ein klares Ergebnis gebracht. Frank Junge (SPD) setzte sich mit 68,2 Prozent der Stimmen gegen seine Kontrahentin Manuela Medrow (AfD) durch. Die Hansestadt bleibt damit in SPD-Hand. Trotz der Niederlage war die Stimmung im Lager der AfD am Wahlabend nicht getrübt.
Junge: Erleichterung und Freude über das Ergebnis
Frank Junge zeigte sich nach der Verkündung des Wahlergebnisses erleichtert. „Wenn die Anspannung von einem monatelangen Wahlkampf abfällt und man das Ergebnis realisiert, kommt erst einmal Erleichterung. Und wenn man dann noch sieht, dass es sogar besser geworden ist als im ersten Wahlgang, dann kommt die Freude dazu. Das alles ist gerade in mir drin“, sagte er am Sonntagabend.
Obwohl Wismar weiterhin von der SPD regiert wird, sieht Junge Unterschiede zu seinem Vorgänger Thomas Beyer. „Ich habe mir als Bundestagsabgeordneter eine andere Art der Bürgernähe angeeignet, über verschiedene Formate auf die Bürger zuzugehen, sie einzubeziehen und für Transparenz zu sorgen“, erklärte Junge.
Mehr Bürgerbeteiligung bei der Stadtgestaltung
Ein zentrales Anliegen des neuen Bürgermeisters ist der Ausbau von Bürgerbeteiligungsverfahren. „Angesichts der Situation, dass die demokratischen Parteien in der Bürgerschaft zusammenarbeiten müssen, brauchen wir transparentere Wege, um eine gemeinsame Basis zu finden und die Dinge zu beschließen, die Wismar voranbringen“, betonte Junge.
Konkret sieht er mehr Bürgerbeteiligung bei der Gestaltung des Stadtumfeldes vor. Als Beispiel nannte er die Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die von Bürgern initiiert wurde. „Wenn wir den Stadtteil Wendorf angehen, um dort die Wohnumfeldverbesserung durchzuführen, kann über das Quartiersmanagement der Wobau per Bürgerbeteiligung entschieden werden, wo ein Spielplatz oder ein Unterstand für Jugendliche hinkommt. So können wir viele Fliegen mit einer Klappe schlagen“, so Junge.
Medrow: Trotz Niederlage kämpferisch
Trotz der deutlichen Niederlage zeigte sich Manuela Medrow am Wahlabend kämpferisch. „Wir haben einen tollen Wahlkampf geliefert. Wir sind trotz des Gegenwindes in die Stichwahl gekommen. Auch abseits des Rechtsextremismus-Bashings haben wir uns gut geschlagen“, sagte Medrow.
Sie betonte die Notwendigkeit, die Spaltung der Gesellschaft zu überwinden: „Wir müssen nicht immer einer Meinung sein, aber ich stehe dafür, dass wir die Spaltung der Gesellschaft in der Hansestadt Wismar überwinden müssen. Wir können unterschiedlicher Meinung sein, aber am Ende sind wir alle gemeinsam für das Wohl dieser Stadt verantwortlich. Wenn der Wahlkampf das gezeigt hat, besser geht es nicht.“
Medrow richtet Blick auf Landtagswahl
Der Wahlkampf habe ihr als politische Newcomerin eine hervorragende Gelegenheit geboten, ins politische Geschäft einzusteigen. Nun richtet die AfD-Politikerin ihren Blick bereits auf die kommende Landtagswahl. „Bei mir ist es nicht nach dem Wahlkampf, sondern wieder vor dem Wahlkampf. Ich werde als Direktkandidatin für den Wahlkreis 10 antreten, wieder gegen die SPD, nämlich Tilo Gundlack. Das wird nicht einfach, aber es ist eine Challenge, eine Herausforderung, und die gehen wir an“, erklärte Medrow.



