Revision nach Urteil gegen korrupten Staatsanwalt in Hannover eingelegt
Der verurteilte Staatsanwalt aus Hannover hat formell Revision gegen das Urteil des Landgerichts Hannover eingelegt, das ihn zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte. Dies bestätigte ein Sprecher des Gerichts. Der 40-jährige Jurist war wegen Bestechlichkeit und Verletzung des Dienstgeheimnisses schuldig gesprochen worden.
Details der Korruptionsaffäre
Der Staatsanwalt hatte vertrauliche Informationen aus laufenden Ermittlungsverfahren an Drogenhändler weitergegeben und sogar eine geplante Razzia verraten. Nach einem Verständigungsvorschlag der Strafkammer gestand er den Großteil der ihm vorgeworfenen Taten. Die Verurteilung markiert einen schweren Vertrauensverlust in die Justiz.
Mitangeklagter Boxtrainer plant ebenfalls Rechtsmittel
Ein 42-jähriger Boxtrainer, der wegen Beihilfe zur Bestechung angeklagt war, wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Auch er hat angekündigt, das Urteil anzufechten. Beide Angeklagten nutzen damit ihr Recht auf ein höchstrichterliches Prüfverfahren.
Nächste Schritte im Rechtsprozess
Nach Zustellung des schriftlichen Urteils haben die Verteidiger nun einen Monat Zeit, eine schriftliche Begründung für die Revision einzureichen. Über diese muss der Bundesgerichtshof entscheiden, der prüft, ob im Verfahren Rechtsfehler vorlagen. Die Begründung muss detailliert die Gründe für die Revision darlegen. Zuvor hatte bereits der NDR über den Fall berichtet.
Die Revision könnte den Fall noch einmal aufrollen und zu einer Neuverhandlung führen, falls der Bundesgerichtshof Fehler im Urteil erkennt. Die Öffentlichkeit verfolgt den Prozess mit großer Aufmerksamkeit, da er Fragen zur Integrität von Strafverfolgungsbehörden aufwirft.



