Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi (54) schwebt in akuter Lebensgefahr. Nach monatelanger Haft unter katastrophalen Bedingungen wurde sie nun in ein Krankenhaus verlegt. Ihr Gesundheitszustand habe sich „katastrophal verschlechtert“, teilte ihre Stiftung mit.
Mehrfach ohnmächtig und Herzinfarkt
In der Haftanstalt Sandschan im Nordwesten des Iran sei Mohammadi zweimal ohnmächtig geworden. Ende März erlitt sie nach Angaben ihrer Anwälte zudem einen Herzinfarkt. Die 54-jährige Frauenrechtlerin leidet unter anhaltenden Brustschmerzen und hohem Blutdruck. In kurzer Zeit verlor sie rund 20 Kilogramm an Gewicht. Bei einem Besuch musste ihr eine Krankenschwester beim Gehen helfen.
Systematische medizinische Vernachlässigung
Die Verlegung ins Krankenhaus erfolgte laut der Narges-Mohammadi-Stiftung „nach 140 Tagen systematischer medizinischer Vernachlässigung“ seit ihrer Festnahme am 12. Dezember. Mohammadi war Anfang des Jahres zu einer weiteren siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie steht seit 25 Jahren wegen ihres unermüdlichen Einsatzes für Menschenrechte immer wieder vor Gericht und saß mehrfach in Haft. Berichten zufolge wurde sie bei ihrer Festnahme und während der Haft gefoltert.
Friedensnobelpreis 2023
Im Jahr 2023 wurde die engagierte Frauenrechtlerin mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis konnte sie nicht selbst entgegennehmen; ihre beiden Kinder nahmen ihn in Oslo stellvertretend für sie entgegen. Die internationale Gemeinschaft zeigt sich besorgt über Mohammadis Zustand und fordert ihre Freilassung.



