Menschenrechtspreis für guatemaltekischen Ex-Richter: Miguel Ángel Gálvez in Weimar geehrt
Der ehemalige Richter Miguel Ángel Gálvez aus Guatemala ist mit dem Menschenrechtspreis des Deutschen Richterbunds (DRB) ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand bei der Eröffnung des Deutschen Richter- und Staatsanwaltstags in Weimar in Thüringen statt. Gálvez erhielt die Auszeichnung für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Kampf gegen Korruption und Straflosigkeit in seinem Heimatland.
Einsatz für Gerechtigkeit unter hohem persönlichem Risiko
Als Vorsitzender eines Strafgerichts für Hochrisikoverfahren leitete Gálvez komplexe Prozesse gegen organisierte Kriminalität und staatliche Korruption. Besonders bekannt wurden seine Verhandlungen gegen den früheren Präsidenten Guatemalas, Otto Perez Molina. „Miguel Ángel Gálvez Aguilar ist eines der unverzichtbaren Symbole der Gerechtigkeit in Guatemala“, betonte Iván Velásquez Gómez, ehemaliger kolumbianischer Verteidigungsminister, in seiner Laudatio. Velásquez Gómez hatte den Menschenrechtspreis selbst im Jahr 2012 erhalten.
Bedroht, diffamiert und ins Exil getrieben
Infolge seines unerschütterlichen Engagements wurde Gálvez jedoch selbst zur Zielscheibe. Der Richterbund berichtete, dass er massiv bedroht, öffentlich diffamiert und politisch unter Druck gesetzt wurde. Im Jahr 2022 sah sich der Jurist schließlich gezwungen, sein Amt niederzulegen und ging ins Exil. In seiner Dankesrede betonte Gálvez: „Die Verteidigung einer unabhängigen Justiz muss entschlossen, kämpferisch und stets in strikter Achtung des Rechts erfolgen.“
Auszeichnung für herausragenden persönlichen Einsatz
Der Deutsche Richterbund vergibt den Menschenrechtspreis seit dem Jahr 1991. Mit dieser Ehrung sollen Persönlichkeiten aus der Justiz oder Anwaltschaft gewürdigt werden, die sich unter Einsatz von Leben, Gesundheit, persönlicher Freiheit oder unter Inkaufnahme schwerer persönlicher Nachteile für die Durchsetzung rechtsstaatlicher Prinzipien einsetzen. DRB-Vorsitzender Achim Scholz unterstrich in seiner Rede die Bedeutung solcher Vorbilder für eine funktionierende Demokratie und Rechtsstaatlichkeit weltweit.



