Prominente fordern Schließung umstrittener ICE-Haftanstalt in Texas nach Masernausbruch
Die teils brutalen Praktiken der US-Einwanderungsbehörde ICE haben in der Vergangenheit international für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt setzen sich US-Popdiva Madonna, Schauspieler Ben Stiller und zahlreiche andere Prominente sowie Fachleute aus verschiedenen Bereichen vehement für die sofortige Schließung einer viel kritisierten Haftanstalt der Behörde im texanischen Ort Dilley ein. Fast 16.000 Menschen haben bis Montagmittag ihre vor zwei Tagen auf der Plattform change.org veröffentlichte Petition unterschrieben, wie auf der entsprechenden Internetseite nachzulesen ist. Die Unterzeichner kritisieren insbesondere die Inhaftierung von Kindern und Familien in der Einrichtung.
Breite Unterstützung aus Kunst, Medizin und Wissenschaft
Zu den prominenten Unterstützern der Petition gehören neben Madonna und Ben Stiller auch Jane Fonda und Javier Bardem sowie Ärzte, Pädagogen, Journalisten und Universitätsprofessoren. In der Petition, die sich direkt an die US-Regierung richtet, heißt es: „Kinder, die in Abschiebehaft gehalten werden, erleiden Traumata, Vernachlässigung und Bedingungen, die grundlegende Standards der Gesundheit, Sicherheit, Würde und Menschenrechte verletzen.“ Die Unterzeichner betonen, dass Kinder in Schulen und auf Spielplätzen gehören, nicht in Haftanstalten. Sie fordern, dass die Familien dorthin zurückkehren können, wo sie ursprünglich festgenommen wurden.
Masernausbruch und Inhaftierung eines Fünfjährigen
Die Einrichtung in Dilley, südwestlich von San Antonio gelegen, war zuletzt wegen eines Masernausbruches und der Inhaftierung eines Fünfjährigen in die Schlagzeilen geraten. Der Junge war gemeinsam mit seinem Vater bei einer Razzia im Bundesstaat Minnesota aufgegriffen und in Gewahrsam genommen worden. Nach einer Gerichtsentscheidung kamen beide wieder frei. Dieser Vorfall unterstreicht die prekären Zustände in der Haftanstalt, die Teil der aggressiven Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump ist. Die ICE-Razzien gegen Migranten stehen im Zentrum dieser umstrittenen Politik, die international auf scharfe Kritik stößt.
Die Petition und die breite Unterstützung durch Prominente und Fachleute zeigen den wachsenden öffentlichen Druck auf die US-Regierung, die Bedingungen in solchen Einrichtungen zu verbessern oder sie ganz zu schließen. Die Forderungen konzentrieren sich dabei besonders auf den Schutz von Kindern, die unter den aktuellen Umständen schwerwiegende psychische und physische Schäden erleiden können.



