16K3-Gedenkmarsch in Torgelow: Bundeswehr setzt Zeichen der Erinnerung
In Torgelow fand kürzlich der bewegende 16K3-Gedenkmarsch statt, bei dem etwa 90 Soldaten der 2. Kompanie des Versorgungsbataillons 142 rund 16 Kilometer durch die Stadt und ihre Umgebung marschierten. Dieser Marsch dient dem Gedenken an das historische Karfreitagsgefecht vom 2. April 2010 in Afghanistan, bei dem drei deutsche Soldaten ihr Leben ließen. Es war das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass Bundeswehrsoldaten in Kampfhandlungen verwickelt waren, was diesen Tag zu einem einschneidenden Ereignis in der Militärgeschichte macht.
Eine wachsende Tradition des Erinnerns
Seit 2020 haben sich die Gedenkmärsche zu einer stetig wachsenden Tradition entwickelt, an der Veteranen, Reservisten und aktive Einheiten der Bundeswehr bundesweit teilnehmen. Die Bezeichnung 16K3 hat dabei eine tiefe symbolische Bedeutung: Die 16 steht für die Jahre seit dem Gefecht, während K3 an die drei gefallenen Kameraden erinnert. Im kommenden Jahr wird dieser Marsch folgerichtig als 17K3-Marsch fortgesetzt, um die Kontinuität des Gedenkens zu wahren.
Spendenaktion mit beeindruckendem Erfolg
Neben dem Erinnern dient der Marsch auch einem karitativen Zweck. Durch den Verkauf spezieller Patches mit dem 16K3-Logo zum Preis von zehn Euro pro Stück wurde eine bemerkenswerte Spendensumme gesammelt. Hauptfeldwebel Sophie berichtet stolz: Wir haben unser Ziel von 100.000 Euro mit insgesamt 221.152 Euro weit übertroffen. Rund 26.500 Patches wurden bundesweit verkauft, wobei 100.000 Euro an die Soldaten- und Veteranenstiftung fließen. Die zusätzlichen Einnahmen werden zu je 60.000 Euro an krebskranke Kinder in Mainz und die Deutsche Wildtier-Stiftung gespendet.
Persönliche Erfahrungen und Kameradschaft
Für viele Teilnehmer ist der Marsch mehr als nur eine Gedenkveranstaltung. Hauptmann Janine, stellvertretende Kompaniechefin, betont: Es ist mir ein starkes Bedürfnis, dabei zu sein. Hier ist der Dienstgrad egal, wir tauschen Einsatzerfahrungen und Erinnerungen aus. Sie war 2010 selbst in Afghanistan stationiert und erinnert sich genau an die damaligen Umstände. Auch jüngere Soldaten, die zum Zeitpunkt des Gefechts noch Kleinkinder waren, nehmen teil, um von den Erzählungen älterer Kameraden zu lernen und Solidarität zu zeigen.
Die Bedeutung des Marsches für die Bundeswehr
Der Marsch steht symbolisch für alle gefallenen und verwundeten Soldaten und unterstreicht Werte wie Mut, Pflichtbewusstsein und Opferbereitschaft. Hauptfeldwebel Sophie erklärt: Es geht um bewusstes Erinnern, Zusammenhalt und Respekt. Die Teilnehmer, darunter auch Mitglieder der Kompanieführung, marschierten Seite an Seite, wobei sich die Formation im Laufe der Strecke lockerte, aber der gemeinsame Geist stets spürbar blieb. An Versorgungspunkten informierten Plakate über den Ablauf des Gefechts, was bei den Soldaten auf große Aufmerksamkeit stieß.
Abschließend lässt sich sagen, dass der 16K3-Gedenkmarsch in Torgelow nicht nur ein Zeichen der Trauer, sondern auch der lebendigen Kameradschaft und Verantwortung innerhalb der Bundeswehr setzt. Die Soldaten zeigten Stolz und Zufriedenheit, an dieser bedeutungsvollen Veranstaltung teilgenommen zu haben, und trugen so dazu bei, die Erinnerung an ein prägendes Kapitel der deutschen Militärgeschichte wachzuhalten.



