Machtkampf in der AfD: Verteidigungspolitiker Rüdiger Lucassen tritt nach innerparteilicher Kritik zurück
AfD-Verteidigungspolitiker Lucassen tritt nach Machtkampf zurück

Machtkampf in der AfD: Rüdiger Lucassen wirft das Handtuch

Der wichtigste Verteidigungspolitiker der Alternative für Deutschland (AfD), Rüdiger Lucassen, hat seinen Rückzug aus der politischen Arbeit angekündigt. Dieser Schritt folgt auf anhaltende innerparteiliche Konflikte und massive Kritik, die insbesondere aus dem Umfeld des Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke kam. Lucassen, der innerhalb der Partei lange als vergleichsweise moderater Vertreter galt, zieht damit die Konsequenzen aus einem Machtkampf, der die inneren Spannungen der AfD offenlegt.

Gemäßigte Positionen unter Beschuss

Rüdiger Lucassen profilierte sich in seiner Rolle als Verteidigungspolitiker mit Positionen, die in der AfD als gemäßigt galten. Er setzte sich für eine stärkere nationale Sicherheitspolitik ein, blieb dabei aber in einem Rahmen, der teilweise auch überparteiliche Anerkennung fand. Diese Haltung stieß jedoch auf wachsenden Widerstand innerhalb der eigenen Reihen. Kritiker, die dem rechtsnationalen Flügel um Björn Höcke nahestehen, warfen Lucassen vor, nicht ausreichend radikal zu agieren und die Interessen der Partei zu vernachlässigen.

Bei einem Auftritt in Düsseldorf im September 2025 zeigte sich Lucassen bereits angeschlagen von den anhaltenden Attacken. In internen Kreisen äußerte er sich zunehmend frustriert über das Klima in der Partei. Seinen Gegnern wirft er einen »Anti-BRD-Sound« vor, der seiner Ansicht nach die demokratischen Grundwerte der Bundesrepublik Deutschland untergrabe. Diese Spannungen eskalierten in den letzten Monaten, was letztlich zu seiner Entscheidung führte, die politische Arbeit niederzulegen.

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Folgen für die AfD und die Verteidigungspolitik

Der Rücktritt von Rüdiger Lucassen markiert einen bedeutenden Einschnitt für die AfD. Als einer der wenigen profilierte Verteidigungsexperten der Partei hinterlässt er eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Sein Abgang könnte die innerparteilichen Machtverhältnisse verschieben und den Einfluss des Höcke-Flügels stärken. Dies könnte langfristig die Positionierung der AfD in sicherheitspolitischen Fragen verändern, hin zu radikaleren Standpunkten.

Für die deutsche Verteidigungspolitik bedeutet dieser Wechsel eine Unsicherheit. Lucassen hatte sich in Debatten um Bundeswehr, NATO und nationale Sicherheit als durchaus sachkundiger Gesprächspartner etabliert. Sein Fehlen könnte die AfD in diesen Diskussionen schwächen oder zu einer Polarisierung beitragen. Die Ereignisse unterstreichen, wie tief die Gräben innerhalb der Partei sind und wie sehr persönliche Konflikte die politische Arbeit beeinträchtigen können.

Insgesamt zeigt der Fall Lucassen, dass die AfD weiterhin mit internen Machtkämpfen zu kämpfen hat, die ihre Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit beeinträchtigen. Sein Rückzug ist nicht nur ein persönlicher Schritt, sondern ein Symptom für die anhaltenden Spaltungen, die die Partei prägen.

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