16 Jahre nach Karfreitagsgefecht: Bundeswehr marschiert in Prenzlau zum Gedenken
In vielen deutschen Städten finden derzeit sogenannte 16K3-Märsche statt, und auch in der Uckermark wird diese Tradition fortgesetzt. Am kommenden Dienstag, dem 14. April, wird das in Prenzlau stationierte Fernmeldebataillon 610 einen solchen Marsch mit einer anschließenden Andacht an der Marienkirche durchführen. Die Bundeswehr teilte diese Information am Freitag dem Nordkurier mit.
Kameradschaft und Gemeinschaft im Fokus
Kai Theuer, Presseoffizier der Uckermark-Kaserne, erläuterte im Vorfeld die Bedeutung der Veranstaltung: „Die K3-Märsche finden jedes Jahr deutschlandweit statt und dienen zum einen dazu, aller im Einsatz oder Grundbetrieb Gefallenen oder Versehrten zu gedenken. Auf der anderen Seite sollen sie die Kameradschaft stärken und ein Gefühl der Gemeinschaft erlebbar machen.“ Theuer äußerte im Namen seiner Kameraden zudem einen Wunsch an die Bevölkerung: „Wir möchten die Bevölkerung bitten, sich auf die besondere Situation einzustellen, und hoffen auf Rücksichtnahme und Verständnis.“
Der Marsch ist auf den Zeitraum von 12.30 bis 16.30 Uhr begrenzt. Startpunkt ist die Uckermark-Kaserne in der Schwedter Straße. Von dort aus bewegen sich die Soldaten entlang der Uckerpromenade am See in Richtung Röpersdorf. Über die K7320 kehren sie dann zurück in die uckermärkische Kreisstadt, wo sie vor dem größten Gotteshaus Prenzlaus Aufstellung nehmen und einer Andacht lauschen werden.
Historischer Hintergrund: Das Karfreitagsgefecht
Der 16K3-Marsch erinnert an ein einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Bundeswehr. Genau 16 Jahre nach dem schwersten Gefecht, dem Karfreitagsgefecht vom 2. April 2010 in Afghanistan, gedenken Soldaten in ganz Deutschland ihrer gefallenen und verwundeten Kameraden. Der Marsch geht auf eine Initiative von Afghanistan-Veteranen im Jahr 2020 zurück und wird jedes Jahr länger, um die vergangenen Jahre zu symbolisieren.
Laut dem Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern tragen die Teilnehmer auf der 16 Kilometer langen Strecke jeweils 16 Kilogramm Gepäck. Diese Zahlen stehen für die 16 Jahre, die seit dem Karfreitagsgefecht vergangen sind. Das „K“ im Namen steht für Karfreitag, die „3“ für die drei bei dem Gefecht gefallenen deutschen Soldaten. Bei dem Gefecht mit den Taliban wurden zudem fünf weitere Bundeswehrsoldaten verwundet, und sechs verbündete afghanische Soldaten verloren ihr Leben.
Diese jährliche Veranstaltung dient nicht nur dem Gedenken, sondern auch der Stärkung des Zusammenhalts innerhalb der Truppe. Sie unterstreicht die Bedeutung von Erinnerung und Solidarität in der Bundeswehr, während gleichzeitig die Öffentlichkeit eingeladen ist, Anteil zu nehmen und Respekt zu zeigen.



